Monatskommentar Faktor - Juni 2026
- Marco Metzger

- vor 3 Tagen
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MARKTBEWEGUNG
Im Juni verlor die Frühjahrsrally spürbar an Tempo. Die Waffenruhe im Nahen Osten hielt, und der Ölpreis gab deutlich nach. Zum Monatsende geriet jedoch vor allem der US-Technologiesektor unter Druck. Auslöser waren gestiegene Zinssorgen. Die US-Notenbank nahm ihre Signale für Zinssenkungen zurück, was den Dollar auf ein 13-Monats-Hoch trieb, während die Inflation im Mai mit 4,2 % den höchsten Stand seit drei Jahren erreichte. In diesem Umfeld legten Aktien global nur noch moderat zu, während Gold regelrecht einbrach.
Der MSCI World All Country Index (in Euro) legt im Berichtsmonat um +1,38 %. Im Kalenderjahr beträgt das Ergebnis +13,66 %. Nach einem Zuwachs von +16,70 % auf Dreimonatssicht flacht die Dynamik damit spürbar ab.
Erneut zu erwähnen ist die starke Entwicklung der Emerging Markets. Sie gewannen +1,57 % auf Monatsbasis und stehen mit +27,25 % seit Jahresbeginn weiter unangefochten an der Spitze. Bemerkenswert ist die Rotation innerhalb der entwickelten Märkte. Diesen Monat lagen europäische Aktien mit +2,77 % klar vor US-Titeln (+0,87 %). Im Gesamtjahr zeigen europäische Aktien einen Zuwachs von +10,60 % und US-Titel in Höhe von +12,04 %.
Anleihen erholten sich weiter. Globale Anleihen (währungsgesichert) gewannen +0,28 %, profitierten aber vom Rückgang der Renditen zum Monatsende nur begrenzt. In Euro denominierte Anleihen entwickelten sich mit +0,57 % etwas freundlicher und weisen im laufenden Jahr nun ein Plus von +1,32 % aus.
Gold setzte seine Talfahrt beschleunigt fort und verlor -9,55 %. Getragen wurde der Rückgang vom festen Dollar und den wieder gestiegenen Zinserwartungen. Zeitweise fiel der Preis erstmals seit sieben Monaten unter die Marke von 4.000 US-Dollar. Beachtlich ist der Verlust von -12,92 % über die letzten drei Monate, womit auf Jahressicht ein Minus von -5,60 % zu Buche steht.
Der Euro verlor deutlicher gegen den Dollar (-2,03 %) und steht nun auf Jahressicht bei -2,65 %.
AUSBLICK
Im Juli richtet sich der Blick zunächst auf die beiden Notenbanksitzungen: die EZB am 23. Juli und die Fed am 28./29. Juli. Nach der ersten EZB-Zinserhöhung seit 2023 im Juni rechnen die Märkte für Juli mehrheitlich mit einer Pause, der nächste Schritt ist eher für September eingepreist. In den USA hat der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh einen härteren Ton angeschlagen und die Signale für Zinssenkungen zurückgenommen, was den Dollar zuletzt gestützt hat. Für den Markt bleibt die Zinsfrage damit präsent, große Überraschungen sind im Juli aber eher unwahrscheinlich.
Spannender dürfte die im Juli beginnende Berichtssaison für das zweite Quartal werden, der eigentliche Prüfstein für den Markt. Nachdem die Kursdynamik im Technologiesektor zuletzt ins Stocken geraten ist, werden Anleger genau prüfen, ob die Unternehmensgewinne die hohen Bewertungen im KI-Umfeld rechtfertigen. Das ist kein zwingender Grund zur Beunruhigung, erinnert aber daran, dass die Erwartungen inzwischen sehr hoch sind und wenige Unternehmen einen großen Teil der Marktentwicklung tragen. Gerade diese Konzentration macht den Markt anfällig. Enttäuschen einzelne Schwergewichte, kann das überproportional durchschlagen.
Geopolitisch bleibt die Lage fragil. Die Waffenruhe im Nahen Osten sorgt kurzfristig für Entspannung und hat die Energiepreise deutlich fallen lassen, die Risiken bestehen jedoch fort.
Portfoliokommentar
Strategie Faktor-Portfolio
Die Strategie erzielte im Berichtsmonat eine Rendite von 1,56%. Der größte Renditebeitrag stammt erneut aus den in der Strategie enthaltenen Aktien. Anleihen konnten den Berichtsmonat ebenfalls positiv beenden. Durch die positive Aktienmarktentwicklung ist die Aktienquote auf circa 69% gestiegen, die Anleihequote beträgt circa 30%.
Transaktionen fanden im Berichtsmonat keine statt.
Ein aktuelles Factsheet der Strategie inkl. vergangener Wertentwicklung und aktueller Allokation finden Sie hier:
Strategie Faktor-Depot
Die Strategie erzielte im Berichtsmonat eine Rendite von 1,27%. Der größte Renditebeitrag stammt aus den in der Strategie enthaltenen Aktien. Anleihen konnten den Berichtsmonat ebenfalls positiv beenden. Die Aktienquote steht bei circa 42%, Anleihen machen 58% aus.
Transaktionen fanden im Berichtsmonat keine statt.
Ein aktuelles Factsheet der Strategie inkl. vergangener Wertentwicklung und aktueller Allokation finden Sie hier:
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