Eingestellt am 27. Februar 2013 · Eingestellt in Markteinschätzung

Aktueller Kommentar

Italien und die Folgen für den Markt

Nach den Wahlen in Italien legten die Kapitalmärkte einen wilden Ritt hin. Die Aktienmärkte schossen nach den ersten Hochrechnungen wie eine Rakete in die Höhe. Der italienische MIB-Index war teilweise knapp 5 Prozent im Plus. Doch als das Bild mit einer zunehmenden Anzahl ausgezählter Stimmen immer klarer wurde, gaben die Märkte die Gewinne schnell wieder ab. Der Ausgang der Wahlen versetzt Italien in eine sehr schwierige Situation: Es gibt keine regierungsfähige Mehrheit, die in der Lage ist, die dringend benötigen Reformen voran zu bringen. Diese Situation hat auch die Verunsicherung an den Kapitalmärkten sprunghaft ansteigen lassen. Dies lässt sich aus der Volatilität, die einfach gesprochen die Angst oder Nervosität an den Märkten misst, ablesen (Abb.1).

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Abb.1

Ebenfalls als Folge der Wahlen stiegen die Renditen für italienische Staatsanleihen kräftig an. Interessant ist die Feststellung, dass die spanischen Anleihen bei weitem nicht in dem Maße anstiegen, wie die italienischen Anleihen (siehe Abb.2).

Anleihen Italien und Spanien

Abb.2

Betrachtet man die Fakten möglichst objektiv, ist festzuhalten: Trotz des sprunghaften Anstiegs der Volatilität, ist diese nicht auf ein akutes Krisen-Niveau gestiegen. Hinzu kommt, dass sich die Volatilität aufgrund der stark expansiven Geldpolitik zuletzt auf historisch niedrigem Niveau bewegte. Der Anstieg aus den letzten Tagen sollte daher nicht als Ausbruch von Panik interpretiert werden. In ähnlicher Art und Weise ist die erhöhte Rendite für italienische Anleihen zu bewerten. Abb.2 verdeutlicht, dass die Renditen noch weit von ihren Höchstständen entfernt sind. Wie es jedoch in der Zukunft weiter geht, liegt maßgeblich an der italienischen Bevölkerung und deren Politikern. Derzeit ist eine Neuwahl Ende April bzw. Anfang Mai das wahrscheinlichste Szenario. Der favorisierte Ausgang wäre auch dann noch eine Koalition zwischen dem Mitte-Links Bündnis von  Pier Luigi Bersani und dem von Mario Monti geführten Bündnis der Mitte. Im ersten Versuch konnten die Italiener ihren Protest ausdrücken. Für einen erneuten Wahlgang ist zu hoffen, dass die Notwendigkeit der Reformen erkannt und die entsprechende Wahl getroffen wird. In der Zwischenzeit ist davon auszugehen, dass eine erhöhte Verunsicherung erhalten bleibt. Klarheit kann erst mit einem endgültigen Ergebnis geschaffen werden. Doch bis zu diesem Zeitpunkt bleibt unser Hauptszenario, dass sich die Eurozone in einem langwierigen Prozess stabilisieren wird.

Welche Anlageklassen sind teuer?

Unter dieser Annahme erscheint uns der Aktienmarkt als langfristig beste Möglichkeit, um Geld zu investieren. Die expansive Geldpolitik, niedrige bis negative Realzinsen und der vorliegende Anlagenotstand haben die vermeidlich schwankungsarmen und sicheren Anlageklassen wie solide Staatsanleihen, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen stark verteuert und damit die zukünftigen Renditen massiv sinken lassen. Abb.3 zeigt das Kurs-Gewinn Verhältnis für verschiedene Segmente. Auch wenn dies natürlich nur eine Kennzahl ist und die Chance-Risiko Profile von Aktien und Anleihen nicht deckungsgleich sind, so sind die Kreditmärkte aktuell sicher nicht besonders attraktiv.

Im Preis schwankende Vermögenswerte (Bspw. Aktien und Edelmetalle) mit ehrlichem Profil oder psychologisch angenehm ruhige Chartverläufe mit vermeintlich versteckten Risiken (Anleihen mit Kredit und Laufzeitrisiken). So sieht die Realität heute aus.

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Abb.3

Risikoprämie für Aktien attraktiv

Die Risikoprämie für den Aktienmarkt ergibt sich aus der Gewinnrendite (inverses KGV) abzüglich der realen Verzinsung sicherer Staatsanleihen. (Abb.4 zeigt die Prämie für den breiten US-Aktienmarkt S&P500). Daher sollten Anleger, die emotional in der Lage sind, erhöhte Schwankungen zu tragen, verstärkt in die Anlageklasse Aktien investieren. Hierzu ist natürlich die Kenntnis der eigenen Risikobereitschaft erforderlich. Bis zum 3.3.2013 können Sie ein wissenschaftlich fundiertes und international renommiertes System zur Ermittlung der finanziellen Risikobereitschaft bei uns abrufen. Senden Sie hierzu bitte eine Email mit dem Betreff „Risikoprofiling“ und Ihrem Namen (notwendig für eine persönliche Anrede in den Emails) an die info@ypos-fp.de. Zusätzlich bieten wir auf Ihre Risikobereitschaft abgestimmte Investitionsprogramme die einen schrittweisen Einstieg in die Aktienmärkte ermöglichen.

Risikoprämie US-Aktienmarkt2

Wirtschaft überrascht positiv

Werfen wir einen Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der großen Währungsblöcke. Hier zeigt sich anhand des von der Citigroup erhobenen Überraschungs-Index (CESI) ein erstaunliches Bild (Abb.5). Der Index vergleicht eine große Spanne an wirtschaftlichen Daten mit den Erwartungen der Analysten. Demnach hat sich insbesondere in der Eurozone das wirtschaftliche Bild stark verbessert. Auch in den USA zeigt sich nach einem kleinen Rücksetzer, dass die Veröffentlichung der Daten wieder die Prognosen übertreffen. Der CESI-Index hatte in der Vergangenheit einen guten Prognosecharakter für die Aktienmärkte, denn diese handeln bekanntlich die Erwartungen an die Zukunft. Das Argument, dass man die Erwartungen im Vorfeld gesenkt hat, ist korrekt, aber das war in der Vergangenheit auch der Fall. Die Stimmung scheint schlechter als die Lage.

CESI

Abb.5

Während es im Jahr 2007 aufgrund der scheinbaren gesunden globalen Entwicklung eine Herausforderung war, Anleger für Probleme zu sensibilisieren, so ist es heute umgekehrt. Die Probleme sind offenkundig, rückwärts gerichtete volkswirtschaftliche Daten sind schlecht und Rückschläge sind immer einzukalkulieren. Dennoch: Anleger, die ihre Kaufkraft langfristig (!) erhalten möchten, sollten gerade wegen der Probleme eine langfristige Perspektive  einnehmen und sich auf Vermögensklassen konzentrieren, die positive Renditen generieren können.

 

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Über den Autor

Herr Mesch ist Diplom Betriebswirt und seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und die strategische Vermögensverwaltung verantwortlich. Er ist Mitglied im Anlageausschuss und verantwortet die Produkt- und Managerselektion.