Eingestellt am 17. April 2013 · Eingestellt in Markteinschätzung

Aktien & Gold ist schon wieder alles Vorbei

Der dramatische Einbruch des Goldpreises ist in aller Munde, doch egal welchen Experten man fragt, eine eindeutige Erklärung für einen derart schnellen Preisverfall kann niemand bieten. Die Argumente um die Veräußerung von zypriotischen Goldbeständen sind wohl die gängigsten. Doch auch die sogenannten Programm Trades, die bei der Unterschreitung bestimmter Limits greifen, ist weit verbreitet. Am Ende wird sich die Ursache erst in einigen Wochen klären.

gold

Abb.1

Ich möchte mich allerdings nicht mit der Spekulation um die Gründe aufhalten, sondern vielmehr um die Folgen dieser Entwicklung kümmern. Dabei möchte ich versuchen, die Tatsache in einen Kontext zu setzen. An allen Fundamentaldaten für den Kauf von Gold hat sich zunächst einmal nichts geändert, die Zentralbanken drucken bis auf weiteres munter neues Geld. Auch das langfristige Verhältnis von Angebot und Nachfrage bleibt wie es ist. Der Preisverfall wird sogar langfristig dafür sorgen (wenn der Kurs auf diesem niedrigen Niveau bleibt), dass die Minenunternehmen noch weniger investieren oder sogar die Förderung einstellen. Denn die Gesamtkosten für die Gewinnung einer Unze Gold werden im Branchendurchschnitt auf zwischen 1100 und 1300 USD geschätzt. Daher sollte man sich von der aktuell herrschenden Verunsicherung nicht anstecken lassen. Vielmehr könnte der Preisverfall aus den letzten Tagen eine Gelegenheit zum Kauf sein. 

A propos sich anstecken lassen. Damit kommen wir auch gleich zu den Aktienmärkten. Nach meiner Meinung hat der dramatische Preisverfall bei den Edelmetallen dafür gesorgt, dass auch viele Aktieninvestoren verunsichert sind. Insbesondere, da die Ursache noch nicht geklärt ist. Hinzu kommen noch eine Reihe von enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus China, USA und vor allem Europa. In diesem bereits  negativ  geprägten Umfeld sorgten die tragischen Anschläge in Boston für eine Verstärkung der bereits empfundenen Verunsicherung. Doch auch die Argumentation für die Investition in Aktien hat sich nicht geändert. Die Weltwirtschaft ist auf einem zwar langsamen, doch auch dem Weg der Gesundung. Die aktuelle Verschlechterung der Wirtschaftsdaten sehe ich als vorübergehend an. Gegen Anfang bis Ende des 3. Quartals sollte sich die Situation wieder etwas freundlicher gestalten. Auch der durch die Zentralbanken herbeigeführte Anlagenotstand wird uns noch lange begleiten.

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Sonderfall Europa

Im beschriebenen Gesundungsprozess der Weltwirtschaft hängt Europa weit hinterher. Die neuesten Wirtschaftsdaten haben erst kürzlich verdeutlicht, dass es keine Anzeichen einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation gibt. Die am stärksten betroffenen Länder sind, wie mittlerweile jeder weiß, die Mittelmeerstaaten. Hier steigt die Arbeitslosigkeit weiter und die Wirtschaftsaktivität, wie z.B. die Industrieproduktion, fällt unaufhaltsam (Abb.2).

Eu Industrie Prod

Abb.2

Vergleicht man weltweit die wirtschaftliche Entwicklung, erkennt man drei Geschwindigkeiten. Die Emerging Markets gehen voraus, dann kommen die USA und ihresgleichen. Ganz am Ende der Schlange, schafft es Europa kaum sich von der Stelle zu bewegen. In Abb.3 kann man gut anhand der unterschiedlichen Entwicklung der Industrieproduktionen erkennen, wie ernst die Situation in Europa ist.  

Eu Industrie Prod vs us

Abb.3

Gründe für das europäische Desaster

Aus der europäischen Schuldenkrise ist Deutschland als der politische Gewinner hervor gegangen. Der politische Einfluss ist stark gestiegen und heute steht Deutschland als der starke „Mann“ Europas dar. Da ist es nicht verwunderlich, dass von deutscher Seite versucht wird, die eigene Erfolgsgeschichte auch den anderen Euroländern, nennen wir es zu „empfehlen“. All die Sparprogramme und Reformen sind mit Sicherheit gut gemeint und auch teilweise sinnvoll. Doch die lassen eine wichtigen Faktor außer Acht: Die anderen Länder sind nicht Deutschland. Die Reformen haben auch in Deutschland viele Jahre benötigt, um erfolgreich zu sein, dabei hatte Deutschland ganz andere wirtschaftliche Strukturen und Voraussetzungen. Der eingeschlagene Weg kann nur zu einem Desaster führen. Es wird Zeit, dass auch die Regierung dies einsieht, wobei sie dies mit Sicherheit schon hat. Doch im Vorfeld der Bundestagswahl kann man nicht erwarten, dass einem von den Politikern reiner Wein eingeschenkt wird. Nach den Wahlen werden die europäischen Krisenländer sicherlich mehr Unterstützung bekommen.

Auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist der deutschen Mentalität wesentlich näher als den südeuropäischen Ländern. Sie könnte viel mehr tun und sollte dies auch. Selbstverständlich kann die EZB alleine nicht die Wirtschaft retten. Doch mit Zinssenkungen und gezieltem Eingreifen am Sekundärmarkt (Ausweitung der Bilanz) könnten sinnvolle Impulse geschaffen werden. Mit diesen Methoden könnte den deflationären Kräften die es in der Eurozone zweifelsohne gibt entgegengewirkt werden. Doch in der Realität tut die EZB bisher nichts davon. Die Bilanz schrumpft sogar wieder, da viele Banken die Notfallkredite wieder zurückzahlen.

In Europa muss mehr geschehen um die Wirtschaft zu stimulieren, von Seiten der Zentralbank und der Politik.

ezb

Abb.3

 

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Über den Autor

Herr Mesch ist Diplom Betriebswirt und seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und die strategische Vermögensverwaltung verantwortlich. Er ist Mitglied im Anlageausschuss und verantwortet die Produkt- und Managerselektion.