Eingestellt am 10. April 2013 · Eingestellt in Markteinschätzung

Wachstum enttäuscht Märkte

An den Kapitalmärkten hat sich in den letzten Tagen vermehrt Ernüchterung breit gemacht. Die zwischenzeitlichen Kursrückgänge an den Aktienmärkten sind in der Hauptsache auf die weltweit ungünstigen Wachstumsaussichten zurückzuführen. Europa hält, was das Wirtschaftswachstum angeht, die Schlussleuchte. Die schlecht gemachte Einführung einer gemeinsamen Währung hat zwar temporär zu einem Wohlstandsschub in der Peripherie geführt, aber dabei die Anpassung an den globalen Wettbewerb verhindert. Doch auch Amerika schafft es den neusten Daten (Arbeitsmarktbericht März) zufolge nicht, eine stabile und nachhaltige Dynamik zu entwickeln.

In Abb.1 stellt der Citigroup Economic Surprise Index dar, inwiefern die wirtschaftlichen Daten von den Erwartungen der Investoren abweichen. Es ist gut zu erkennen, dass in den letzten Wochen die Daten in Europa, USA, und China die Märkte enttäuscht haben. Entsprechend dieser Entwicklung haben auch die Aktienmärkte zwischenzeitlich an Federn lassen müssen.

Da das Wirtschaftswachstum erstmal nicht in den Himmel wächst wird die stark expansive Geldpolitik (allen voran USA und Japan) weitergeführt werden. Die Flut an billigem japanischem Geld wird die internationalen Kapitalmärkte vorerst unterstützen. Zusätzlich sollte die in den letzten Jahren entstandene massive Übergewichtung privater und institutioneller Investoren in den Anleihemärkten berücksichtigt werden. Mit den aktuell erzielbaren Renditen haben die Anleger keine Chance Ihre Verpflichtungen zu erfüllen bzw. Ziele zu erreichen. Dieser Anlagenotstand sollte dafür sorgen, dass die Kurskorrekturen am Aktienmarkt im Rahmen bleiben. Die langfristigen Aussichten für Aktien sind daher weiter gut.

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CESI

Abb.1

Ist Deutschland das Problem im Euro?

Die jüngsten Kommentare der Investorenlegende George Soros bringen die Probleme im Euroraum gut auf den Punkt: Deutschland war durch die Struktur der eigenen Wirtschaft dafür prädestiniert, die Führungsrolle in der Währungsunion zu übernehmen. Wie heute allgemein bekannt ist, handelt es sich bei den 17 Mitgliedsstaaten der Eurozone nicht um eine homogene Konstellation. Die Wettbewerbsfähigkeit weicht teilweise dramatisch voneinander ab. Dies war jedoch bereits zum Start des Euro der Fall und wurde lediglich über einige Jahre durch den Zinssozialismus verschleiert. Dieser ermöglichte den heutigen Problemländern die Einführung geringerer Steuern für Unternehmen und den Ausgleich von wegfallenden Arbeitsplätzen in der Wirtschaft durch eine Aufblähung des Beamtenapparates günstig zu finanzieren. Verschiedene Vermögenspreisblasen haben ihr übriges getan. Betrachtet man die Arbeitslosenquote oder das Zinsniveau, stellt man fest: Vor der Einführung des Euro gab es immer eine breite Divergenz zwischen Deutschland und den anderen Mitgliedsstaaten. Mit der Einführung wurde diese Divergenz bis 2008 stark reduziert.  Die abweichende volkswirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit hat die Ungleichgewichte so stark ansteigen lassen, dass  heute das Projekt Euro in Frage gestellt wird. Der große Profiteur scheint sowohl wirtschaftlich als auch politisch Deutschland zu sein. Hier stellt sich jedoch die Frage „wer oder was“ dieses Deutschland ist. Der in Deutschland tätige Arbeitnehmer mit zu geringen Reallohnsteigerungen in den letzten Jahren? Jeder der einen Kredit aufgenommen hat und mit der D-Mark wohl einen etwas geringeren Zins gezahlt hätte? Oder vielleicht doch „nur“ die deutschen Exportunternehmen? Je nach Perspektive wird man hier zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Durch die Gemeinschaftswährung wurde allen Ländern die zu ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit passende Währung genommen. Im Fall Deutschland war und ist der Euro zu schwach, für die meisten anderen Länder zu stark. So haben die Südeuropäer heute keine Chance, ihre Wettbewerbsfähigkeit mittels Abwertung der Währung zu steigern. Hinzu kommen noch die insbesondere von Deutschland verordneten Sparprogramme, welche die Wirtschaft noch weiter belasten.

Das Ergebnis ist in Abb. 2 zu sehen. Die südeuropäischen Länder stecken in einer tiefen Rezession ohne Anzeichen einer Besserung. Die Arbeitslosenquote führt dazu, dass es Wirtschaftsflüchtlinge gibt, die in andere Länder pilgern, um überhaupt eine Chance auf eine Arbeit zu haben. Die positive Einstellung zu einem gemeinsamen Europa wird dadurch mit Sicherheit nicht gefördert. unemploy

Abb.2

Sackgasse EURO?

Die aktuelle Lage, in der sich die Eurozone wirtschaftlich befindet, ist nicht lange tragbar. Die anhaltende Rezession führt bereits zu sozialen Unruhen und einem politischen Paradigmenwechsel. Diese Entwicklung wird über kurz oder lang zu einem Auseinanderbrechen der Eurozone führen, wenn nicht ein Umdenken stattfindet.

Zu Recht fordern viele Politiker und Experten eine Stimulation für die europäische Peripherie. Diese könnten wie folgt aussehen:

1. Die EZB könnte im Rahmen des eigenen Mandats oder durch eine Neugestaltung desselbigen eine aktivere Rolle einnehmen. Auf diesem Weg könnten die Zinsen auch in den Krisenländern gesenkt werden. Dies würde eine erneute Ausweitung der Zentralbankbilanz (Kauf von Anleihen) bedeuten und die Senkung des Leitzinses nahe Null. Derzeit geschieht genau das Gegenteil (sieh Abb.3).

zbank bil

Abb.3

2. Die Sparprogramme sollten kurzfristig gelockert werden um die negativen Einflussfaktoren  für die schwachen Volkswirtschaften zu reduzieren.

3. Vergemeinschaftung der Schulden. Es führt kein Weg daran vorbei, egal ob durch Eurobonds oder andere Instrumente. Die Diskussion wird man in Deutschland bis nach den Bundestagswahlen auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Fazit: Die Alternative ist der Austritt der schwachen Länder oder auch der starken. Unter dem Strich müssen die Schwachen gestützt werden oder eine Währung entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit erhalten. Da man sich diesem politische Treiben und einer Vergemeinschaftung der Schulden als deutscher Anleger nicht entziehen kann sollte man sich Fragen welche Vermögenswerte davon profitieren könnten und in diese investieren.

 

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Über den Autor

Herr Mesch ist Diplom Betriebswirt und seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und die strategische Vermögensverwaltung verantwortlich. Er ist Mitglied im Anlageausschuss und verantwortet die Produkt- und Managerselektion.