Eingestellt am 6. März 2013 · Eingestellt in Markteinschätzung

Aktueller Kommentar

Warum Staaten trotz Rekordverschuldungen niedrige Zinsen zahlen

Die europäische Schuldenkrise steht stellvertretend für ein globales Phänomen: Der Verschuldungsgrad (Staatsschulden im Verhältnis zu Bruttoinlandsprodukt (BIP)) der 34 OECD Länder, die wirtschaftlich als die am weitesten entwickelten gelten, ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Ende 2012 erreichte die Verschuldung im Schnitt 108,7 Prozent des BIP, ein neues Rekordhoch! Wie kann es da sein, dass die Zinsen, die einige der am höchsten verschuldeten Staaten (z.B. Japan 230 % Staatsverschuldung zu BIP) zahlen, immer tiefer fallen (siehe Abb.1).

verschuldung

Abb.1

Die Entwicklung der Zinsen für Staatsanleihen ist unserer Meinung durch 3 Faktoren zu erklären: 1. Viele Institute wie Lebensversicherungen sind per Gesetz dazu verpflichtet, in Wertpapiere einer bestimmten „Qualität“ zu investieren. Auch Versorgungswerke und Pensionskassen müssen das ihnen anvertraute Vermögen zu einem großen Teil in vermeintlich sichere Anlagen wie Staatsanleihen investieren. So erfreut sich die Anlageklasse der Staatsanleihen einer (Politik und Finanzaufsicht sei Dank) konstanten Nachfrage. 2. Durch die Krisen der letzten Jahre wurde nach den Vermögenswerten gesucht, die ein Maximum an Sicherheit bieten. In der Finanzwelt sind dies die Anleihen von Staaten wie Japan, der Schweiz, den USA, UK und Deutschland. 3. Die Notenbanken sorgen mittlerweile durch die Käufe von Anleihen auch selbst für eine größere Nachfrage am Markt für Staatsanleihen. So kommt es wie es kommen muss: Die Preise für Anleihen steigen und im Umkehrschluss fallen entsprechend die Renditen.

Bei der gängigen Betrachtung  der Staatsverschuldung bleibt ein großer Posten außen vor. Dies sind die bereits feststehenden Ansprüche der Bürger und Beamten an die sozialen Sicherungssysteme. Um ein Gefühl für den Gegenwert der eigenen Rentenansprüche zu erhalten steht Ihnen ein einfacher Rechner zur Verfügung: www.ypos-fp.de/rente

Wie geht es bei den Edelmetallen weiter?

In der typischen Argumentationskette sorgt die Erhöhung der Geldmenge für steigende Preise. Vor dem Hintergrund dieser Annahme und der Angst vor einem kollabierenden Euro haben sich die Preise für die Edelmetalle Gold und Silber rasant erhöht. Aktuell kommt es allerdings nicht zu der befürchteten Inflation, sondern diese geht nach offizieller (!) Definition zurück (siehe Abb.2).

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Abb.2

In der Kombination mit nachlassender Angst um den Fortbestand des Euro und konjunkturellen Hoffnungsschimmern führt dies zu nachgebenden Preisen bei den Edelmetallen. Die Treiber sind erst einmal weg, wie in Abb3 am Beispiel von Gold gut zu erkennen ist. Aus technischer Sicht spricht man übrigens von einem death cross (oder zu Deutsch „Kreuz des Todes“), wenn der 50 Tage Durchschnitt den 200 Tage Durchschnitt von oben nach unten durchbricht.

Grundsätzlich sollten Anleger zwischen strategischen Edelmetallinvestitionen und taktischer Spekulation unterscheiden. Während sich aktuell kein kurzfristiges Engagement aufdrängt geht am physischen Besitz langfristig kein Weg vorbei.

Warum es für Aktien weiter aufwärts geht

Wenn man Abb.3 etwas genauer betrachtet, fällt auf,  dass ganz im Gegenteil zu Gold die Preise für Aktien stark ansteigen. Eine Entwicklung in entgegengesetzte Richtungen und das obwohl sich die beiden Vermögenswerte bis November 2012 sehr ähnlich verhielten. Die einfache Begründung: Die Märkte schalten langsam von Krisenmodus auf Normalität. Hinzu kommen eine moderate wirtschaftliche Erholung und die sehr unattraktiven Renditen am Anleihemarkt. Fertig ist das Investmentszenario für Aktien. Hinweise auf die  schwache Realwirtschaft (Rekordzahl von Lebensmittelmarkenempfängern in den USA, Volumen fauler Kredite in der EU-Peripherie usw.) sind richtig. Ein Blick auf historische Daten zeigt jedoch sehr eindeutig, dass es kaum einen Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Aktienmarktentwicklung gibt.

gold

Abb.3

An diese Erkenntnisse schließt sich die Frage nach der Bewertung der Aktienkurse an. „Sind diese nicht schon zu teuer?“, ist eine der am häufigsten geäußerten Befürchtungen. Wirft man einen Blick in die Vergangenheit stellt man folgendes fest: Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) befinden sich die meisten Märkte unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Es besteht also durchaus noch Raum für steigende Aktienkurse. Wie weit es noch aufwärts gehen kann liegt daran, welche Multiplikatoren (KGV) von den Investoren gezahlt werden. Die Entwicklung bei anderen Vermögensklassen wie Anleihen und Immobilien zeigt sehr deutlich, dass die Investoren immer höhere Beträge für den gleichen erwarteten Cash-Flow (bspw. Zinsen und Mieten) zahlen. Warum sollte es für den Aktienmarkt anders sein?

Solange wir also von größeren Krisen verschont bleiben, sollte der vom Aktienmarkt begonnene Trend weiterhin Bestand haben. Es stellt sich also nicht die Frage ob in den Aktienmarkt investiert wird, sondern mit welcher Strategie der individuelle Anleger dies umsetzt.

Abb. 4

Abb. 4

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Über den Autor

Herr Mesch ist Diplom Betriebswirt und seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und die strategische Vermögensverwaltung verantwortlich. Er ist Mitglied im Anlageausschuss und verantwortet die Produkt- und Managerselektion.