Eingestellt am 14. Februar 2013 · Eingestellt in Markteinschätzung

Das Schreckgespenst des Währungskrieges

Im Vorfeld des am Wochenende statt findenden G20 Treffens in Moskau haben sich die einflussreichsten 7 Staaten (G7) auf ein Statement zur Bekämpfung eines Währungskrieges verständigt. Durch die sehr starke und schnelle Abwertung des Japanischen Yen kam es bei vielen Nationen zu Verstimmungen, da diese so an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Ein gutes Beispiel für den Einfluss, den die Abwertung des Japanischen Yen auf den Export anderer Länder ausübt, ist Korea. Korea hat, ähnlich wie Japan, einen hohen Exportanteil am heimischen Bruttoinlandsprodukt. In Abb.1 ist die Abwertung des Japanischen Yen gegenüber dem Koreanischen Won und dem US-Dollars dargestellt. Als Folge dieser Entwicklung stiegen Aktien japanischer  Unternehmen  rasant an. Die Unternehmen in Korea haben durch die fallende Wettbewerbsfähigkeit das Nachsehen, was sich auch in der Entwicklung der koreanischen Aktienkurse ausdrückt.

WON

Abb.1

Die Problematik eines Währungskrieges ist nicht neu. In der Geschichte gab es häufig Wettrennen um die Abwertung der heimischen Währungen, mit dem Ziel, die eigenen Produkte und Dienstleistungen wettbewerbsfähiger (weil günstiger) zu machen. Aus diesem Wettlauf entsprangen häufig politische Auseinandersetzungen, die mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geführt wurden (z.B.: Importzölle und Einfuhrbeschränkungen bis hin zu militärischen Mitteln). Kein Wunder, dass in der potentiellen Eskalation dieser Problematik ein erhöhtes Risiko für die Weltwirtschaft besteht. Daher ist es von großer Wichtigkeit, dass auf internationaler Ebene alles dafür getan wird, die Situation unter Kontrolle zu halten. Aus eben dieser Erkenntnis heraus entstanden im Nachgang der Weltwirtschaftskrise und des darauf folgenden 2. Weltkrieges supranationale Organisationen wie die Weltbank, der Internationaler Währungsfonds und die Welthandelsorganisation, um internationale Plattformen für Koordination und Verständigung zu schaffen. Insbesondere letztere ist als Mediations- und Diskussionsmedium angelegt, um Konflikte im Bereich des internationalen Handels friedlich beizulegen.

Die weiteren Entwicklungen des Währungskrieges müssen genau beobachtet werden. Hier besteht die Gefahr, der in 2007 begonnenen Finanzkrise eine weiteres sehr unangenehmes Kapitel hinzuzufügen. Doch in der aktuellen Situation herrscht zunächst einmal Verwirrung. So hieß es nach der Stellungnahme der G7 Nationen zunächst von einem US-Offiziellen, die Stellungnahme sei falsch interpretiert worden. Um nur kurze Zeit später erneut von britischer Seite als nicht zutreffend bezeichnet zu werden. Fest steht zu diesem Zeitpunkt, dass die Abwertung einiger Währungen nicht durch eine Manipulation (Eingriff) der jeweiligen Zentralbank am Währungsmarkt zustande gekommen ist, sondern vielmehr das Resultat einer expansiven Geldpolitik ist. Dieser – wenn man so will – Kollateralschaden kommt den Nationen, die verzweifelt versuchen ihre Wirtschaft zu stimulieren, nicht ungelegen. Daher wird es, wie in der Politik üblich viele Verlautbarungen und Erklärungen geben, die allerdings nichts mit der Realität zu tun haben.

Der Anleger muss sich demnach auf eine erneut steigende Volatilität an den Märkten einstellen. Die Börsen bleiben auf absehbare Zeit im großen Maß von politischen Entscheidungen beeinflusst. Die Nationen, die den Weg der expansiven Geldpolitik eingeschlagen haben, werden diesen kaum verlassen (auch wenn durch politische Rhetorik versucht wird, zu beschwichtigen). Wie die Reaktionen darauf ausfallen werden, kann nur die Zukunft zeigen.

Zentralbank Magic

Durch die zahlreichen Schocks, welche die Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren verdauen musste, wurde die Verantwortung immer weiter gereicht. Um die Banken in 2008 zu retten, waren es die Staaten, die gerade standen. Als dann auch diese an ihre Grenzen gerieten, sprangen die Zentralbanken ein. Sie sind es ohnehin, die als letzte Festung über genügend Ressourcen verfügen, um die immer neu sichtbar werdenden Finanzierungslücken – so tief sie auch sein mögen – zu stopfen. Dies wird auch bei der Betrachtung von Abb.2. deutlich. In blau ist die kumulierte Bilanz der wichtigsten Zentralbanken zu sehen, in lila und grün die Volatilität, also die Schwankungsbreite (auch als Maßeinheit für Angst an den Märkten bekannt), des US-Aktienmarktes. Auffällig ist: Immer, wenn es am Kapitalmarkt zu großen Verwerfungen kam, sprangen die Notenbanken zur Rettung herbei.

Vola VIX

Abb.2

Dieses Verhalten der Notenbanken lässt sich auch in Europa beobachten. Die europäische Gemeinschaftswährung stand noch im letzten Jahr kurz vor dem Aus. Dann kam der Präsident der Europäischen Zentralbank und gab in Rahmen seiner Rede in London bekannt: „Der Euro werde gerettet“

Seit diesem Zeitpunkt im  Juli 2012 ist auch die Volatilität des Euro/US-Dollar Kurses stark gefallen. Die Angst vor einem Kollaps der Eurozone und damit auch einem wirtschaftlichen Schock für den Welthandel ist zunächst einmal nicht mehr gegenwärtig (Abb.3)

EURO VOLA

Abb.3

Wie uns jedoch die aktuelle Diskussion um einen Währungskrieg vor Augen führt, sind noch viele Steine aus dem Weg zu räumen, bevor die Schockwellen, die in 2007 mit der US-Immobilienkrise begannen, verdaut sind. Bis dahin ist auch immer wieder mit Korrekturen an den Märkten zu rechnen. Insbesondere der Einfluss der Politik auf die Marktentwicklungen darf weiterhin nicht unterschätzt werden.

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Über den Autor

Herr Mesch ist Diplom Betriebswirt und seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und die strategische Vermögensverwaltung verantwortlich. Er ist Mitglied im Anlageausschuss und verantwortet die Produkt- und Managerselektion.