Eingestellt am 2. Januar 2013 · Eingestellt in Markteinschätzung

Aktueller Kommentar

Risikoappetit und US-Haushalt

Der Start in das Börsenjahr 2013 könnte kein schönerer sein. Die US-Politik hat in letzter Sekunde einen Kompromiss zur Lösung der fiskalen Klippe gefunden und die Börsen applaudieren. Doch Vorsicht: Hierbei handelt es sich um eine Mogelpackung. Beinahe alle wichtigen Entscheidungen wurden nur um wenige Monate verschoben. Spätestens Anfang März wird der Kongress erneut über Wege abstimmen, wie das Haushaltsdefizit (siehe Abb.1) geschlossen werden kann. Eine weitere Anhebung der Schuldengrenze dürfte nicht überraschen. Für die Devisenmärkte (EUR/USD) war das aktuelle Schauspiel ohnehin ein „Non Event“. Unter dem Strich: Die Entscheidung wurde vorerst vertagt. In wenigen Monaten wird das Thema erneut die Schlagzeilen dominieren.

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Für die Kapitalmärkte heißt es nach wie vor: „Risk On“. Wie Abb.2 verdeutlicht stiegen die Kurse für Aktien aus der Krisenregion Europa und der Wachstumsregion Asien/Pazifik deutlich stärker als für viele andere Regionen. Typischerweise werden diese Märkte gesucht, wenn der Risikoappetit steigt. Dieser Trend sollte bis auf weiteres anhalten. Etwas beunruhigend ist die relativ niedrige Schwankungsbreite…

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Konjunktur

US-Geldpolitik: kein neues Geld gedruckt

Definitionsgemäß führt eine Politik der „quantitativen Lockerung“ durch den Ankauf von Wertpapieren zu einer Ausweitung der Bankreserven. Auch bei der monetären Basis (Abb. 3) sollte sich eine Expansion zeigen. Betrachtet man die offiziellen Statistiken ist beides für das Jahr 2012 nicht zu erkennen. Auch die Bilanz der US-Notenbank (FED) zeigt keine Verlängerung. Vereinfacht gesprochen wurde in 2012 kein neues Geld „gedruckt“. Schlagzeilen und Fakten sind doch zwei Paar Schuhe.

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Vorerst auf niedrigem Niveau stabilisiert

Aus der Sicht des Optimisten hat sich die Lage in der Industrie stabilisiert und teilweise von den Tiefstständen leicht erholt. Der Pessimist wird die noch immer abnehmende Aktivität des Industriesektors im Fokus haben. Unter dem Strich ist keine dynamische Erholung auszumachen. Grundvoraussetzung für eine graduelle Besserung der Wirtschaft ist, dass die Schuldenkrise weiter unter Kontrolle bleibt.

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Märkte – Euro Krisenbarometer

Staatsschuldenkrise – Die wichtigsten Indikatoren

Das Schema an den Märkten war bisher immer dasselbe: Wenn sich die Krise verschärft, wird die Sicherheit in Staatsanleihen aus Deutschland gesucht und der Zins für die Problemstaaten steigt. Da die Banken, insbesondere in Spanien und Italien, besonders anfällig für eventuelle Krisenauswüchse sind, leiden die Kurse von Bankaktien bei erhöhtem Stress entsprechend stark. Den Bankeinlagen kommt ebenfalls eine besondere Bedeutung zu: Fallen diese, kommt es mit großer Sicherheit zu einer Kreditklemme, welche der angeschlagenen Wirtschaft zusätzlich die Luft abschnürt.

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Märkte – Überblick

Marktentwicklung vergangene Woche

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MarketMap – Aktuelles Renditeniveau

Das Ziel jedes Anlegers ist es, das eigene Vermögen zu erhalten und wenn möglich zu steigern (und zwar nach Kaufkraftverlust/ Inflation). Eine vereinfachte Übersicht der am Kapitalmarkt zu erzielenden Renditen liefert einen wichtigen Anhaltspunkt, um persönliche Anlageentscheidungen zu treffen. Doch es ist nicht alleine die Rendite, die jeder Anleger in den Investitionsprozess einbeziehen sollte. Im gleichen Maße ist das zu erwartende Risiko zu betrachten.

Aktuelle Dividendenrenditen Aktienmarkt – nominal und real

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Quelle: Datastream/YPOS; Stand: 02.01.2013

Die o.a. Abbildung zeigt die aktuelle Dividendenrendite für verschiedene Aktienmärkte. Ergänzend wird die reale Verzinsung (Rendite abzüglich der offiziellen deutschen Inflationsrate) dargestellt. Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise auf der letzten Seite.

Renditen Staatsanleihen – nominal und real

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Quelle: Datastream/YPOS; Stand: 02.01.2013

Die Grafik „Renditen Staatsanleihen“ liefert einen Überblick, welche Verzinsungen sich auf den wichtigen Anleihemärkten für Staaten erzielen lassen. Um das Ausmaß der finanziellen Repression zu erkennen, sind ebenfalls die realen Renditen dargestellt. Bitte beachten Sie auch hier die rechtlichen Hinweise auf der letzten Seite.

MarketMap – Technische Indikatoren

Im Bereich „Technische Indikatoren“ finden Sie schnell und auf einen Blick alle wichtigen Informationen, um den Trend an der Börse mitverfolgen zu können.

Insbesondere für taktische Entscheidungen ist es wichtig, im Auge zu behalten, ob ein bestehender Trend am Kapitalmarkt zu schwächeln beginnt oder weiterhin voll in Takt ist. Nachstehend erklären wir Ihnen die Grafiken und worauf Sie achten müssen.

Damit ein Trend Bestand hat, muss er sich über wichtigen Grenzen halten. In Abb.15 sind von links (kurzfristig) nach rechts (langfristig) diese Grenzen gestaffelt.

Daten der letzten Woche – Stand 28.12.2012

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Quelle: Datastream/YPOS

Daten der letzten Veröffentlichung – Stand 14.12.2012

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Quelle: Datastream/YPOS

Aktuelle YPOS-Anlagestrategie – Kurzfristige (Taktische) Allokation *

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Das neue Jahr feiert den Kompromiss des US Kongress (zur fiskalen Klippe) mit einem Kursfeuerwerk. Die Devise heißt weiterhin Kaufen und zwar risikoreiche Anlageinstrumente. Der Anlagenotstand treibt Investoren weiterhin in Sachwerte und der wachsende Risikoappetit bevorzugt insbesondere Aktien.

*Der oberen Abbildung können Sie die aktuellen Einschätzungen unseres Research-Teams entnehmen. Bitte beachten Sie, dass eine solide Vermögensplanung Ihre persönlichen Bedürfnisse und Lebensumstände mit in Betracht ziehen muss.

Über den Autor

Herr Mesch ist Diplom Betriebswirt und seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und die strategische Vermögensverwaltung verantwortlich. Er ist Mitglied im Anlageausschuss und verantwortet die Produkt- und Managerselektion.