Eingestellt am 23. Dezember 2014 · Eingestellt in Alle Publikationen, Inflationscheck

YPOS Inflationscheck Dez( Inflation Nov)

Nach offizieller Lesart und Definition liegt die Inflationsrate für Deutschland und die Eurozone im November 2014 weiterhin deutlich unter dem offiziellen Ziel der Europäischen Notenbank (EZB) in Höhe von zwei Prozent. Dieser Zustand ist auf globaler Ebene in vielen weiteren Ländern zu beobachten. Die teils massiv gefallenen Rohstoffpreise haben und werden sich wahrscheinlich dämpfend auf das Preisniveau von Konsumgütern und Dienstleistungen auswirken.

Inflation Eurozone

Für die nach vorne gerichtete Zinspolitik und mögliche Interventionen am Kapitalmarkt (bspw. Ankauf von Wertpapieren) durch Notenbanken sind die am Kapitalmarkt gehandelten Inflationserwartungen ein wichtiger Indikator. Diese zeigen einen deutlichen Trend nach unten und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Differenz zwischen Notenbankziel und herrschendem Inflationsniveau weiter auseinander entwickelt oder dauerhaft auf einem zu hohen Niveau verbleibt. Dies könnte sich in verzögerten oder verminderten Zinserhöhungen (USA) oder einem massiven Wertpapierkauf (Eurozone) niederschlagen. In der Konsequenz und isoliert betrachtet würden die Preise von Vermögenswerten wahrscheinlich steigen.

Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass die finanzielle Repression ohne Inflation nicht funktioniert und die langfristige Tragbarkeit der Schuldenlast und deren Bedienung mit Zins und Tilgung damit Herausforderungen bleiben. Es bleibt spannend, ob und wann die Kapitalmarktteilnehmer dies reflektieren und was passiert, wenn sie es tun.

Bei der Kapitalanlage dürfte diese Entwicklung zu einer steigenden Attraktivität von flexiblen Rentenprodukten führen. Hierbei ist zu beachten, dass es kaum noch Zinsen als natürliche Risikoprämie gibt und das Ergebnis demnach sehr stark von den Fähigkeiten des Managers abhängt. Für Anleger und deren Berater erhöhen sich damit die Anforderungen an das Verständnis für die Charakteristika der Produkte und deren Verhalten.

Das durch energielastige Titel erzeugte und durch den Verfall des Ölpreises manifestierte Klumpenrisiko in Hochzinsanleihenindizes und darauf basierenden Produkten zeigt, dass die aktive Verwaltung von Anleihen (=Schulden), sei es mit passiven Indexfonds oder aktiven Investmentfonds, einer zunehmende Aufmerksamkeit bedarf.

Bei traditionellen Anleihestrategien sind Zinsänderungsrisiken durch die gestiegenen Anleihekurse (mal wieder) größer geworden. In den neuen „innovativen“ Produktlösungen gehen zinsfokussierte Anleger und deren Berater häufig neue und unbekannte Anlage- und Produktrisiken ein. Die Geldanlage in Anleihen und Schuldtitel gestaltet sich also zunehmend komplexer. Berücksichtigt man deren Gewichtung in den Portfolios institutioneller Großanleger (Versicherungen, Pensionskassen) und die Bedeutung von planbaren Zahlungsströmen für eine alternde Generation, dann kann diese Herausforderung als durchaus „spannend“ bezeichnet werden.

Gerne erläutern wir Ihnen, welche Konsequenzen sich für Ihr Depot und Vermögen ergeben. Ein erstes Telefonat oder Gespräch ist natürlich kostenfrei, der Erkenntnissgewinn für Sie aber sicherlich nicht umsonst.

Beratung anfordern

Abschließend laden wir Sie zur Onlinekonferenz „YPOS Kapitalmarkt-Dialog“ am 13.1.2015 um 18 Uhr ein. Die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:

https://www.ypos-fp.de/vortragsreihen/ypos-kapitalmarkt-dialog-13-januar-1800-uhr-8101/

Yannick S.

Über den Autor

Yannick Schneller hat 2017 ein Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg im Bereich BWL Finanzdienstleistungen absolviert und ist seitdem als Berater tätig. Zusätzlich absolviert er aktuell seinen Master mit Schwerpunkt "Finance" an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht.