Eingestellt am 3. Dezember 2014 · Eingestellt in Alle Publikationen, Markteinschätzung

Kapitalmarktupdate

In den letzten Wochen sorgten die Aktienmärkte vielerorts wieder für gute Stimmung bei den Anlegern. Den wichtigsten Kurstreiber haben dabei diejenigen Aktienmärkte mit den höchsten Gewinnen gemeinsam:  In China, Japan und der Eurozone liefern jeweils die Notenbanken die Schlagzeilen und verhelfen damit den Aktien und Anleihemärkten zu Kursgewinnen.

Dabei gab es von der wirtschaftlichen Entwicklung der globalen Konjunktur aus gesehen nur in wenigen Ländern  Positives zu berichten. In der Eurozone ist die Inflation aufgrund der gefallenen Energiepreise im November auf ein bedenklich niedriges Niveau gefallen. Auch die Stimmungsindikatoren, wie die Einkaufsmanagerindizes sind erneut schlechter als zuvor erwartet ausgefallen. In Japan und China sieht es nicht viel besser aus. Aus diesen Gründen haben die Notenbanken in den letzten Wochen einige Maßnahmen bekanntgegeben, welche eine erneute Stimulation für die Wirtschaft liefern sollen.

aktien

In den letzten Jahren waren es besonders die Notenbanken aus den USA, Großbritannien und Japan, die mit ihrer stark expansiven Geldpolitik die Renditen niedrig hielten und die Aktienmärkte nach oben trieben. Heute übernehmen anstatt der FED und der Bank of England die EZB und die chinesische Notenbank diese Aufgabe. Die Folgen sind unter anderem ein extremes Niedrigzinsumfeld und eine Aufwertung des US-Dollar. Die relative Bewertung von Aktien wird angesichts des, besonders in der Eurozone vorhandenen, Zinsniveaus immer attraktiver.

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Europäische Zentralbank beginnt in 2015 mit Staatsanleihekäufen

Die Europäische Zentralbank hat angesichts der äußerst bescheidenen konjunkturellen Aussichten, gepaart mit einer weiterhin niedrigen Inflation ihre Rhetorik erneut verschärft. Es scheint, als würden die bereits gestarteten Ankaufprogramme nicht schnell genug die Geldmenge steigern. Daher rechnen wir damit, dass die EZB im ersten Halbjahr 2015 mit dem Ankauf von Staatsanleihen beginnen wird.

Dieser Entwicklung ging die letzte Sitzung der EZB voran. In der Sitzung der EZB von Anfang November betonte Mario Draghi im Pressestatement die Einstimmigkeit hinsichtlich der geldpolitischen Maßnahmen innerhalb des EZB-Rates. Dies war die direkte Reaktion auf Berichte, einige Ratsmitglieder hätten sich heftig zerstritten. Man ist spürbar bemüht, die Wogen zu glätten und mit einer Stimme zu sprechen. Mit eben dieser neuen Geschlossenheit innerhalb des EZB-Gremiums versprach man auch, wenn nötig weitere unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen einzuleiten, sollte die Inflation für zu lange Zeit zu niedrig bleiben. Diese zusätzlichen geldpolitischen Maßnahmen bestehen in den Ankäufen von Staatsanleihen, wie EZB-Präsident Mario Draghi in der  Pressekonferenz unmissverständlich klarmachte. Der EZB-Rat hat seine Mitarbeiter, wie ebenfalls aus dem Abschlussstatement der Ratssitzung hervorgeht, damit beauftragt, mögliche bestehende Hindernisse für den Ankauf von Staatsanleihen zu beseitigen.

Dies bedeutet konkret, die EZB bereitet den Ankauf von Staatsanleihen vor und dieses Vorgehen  wird auch von der Bundesbank mitgetragen.

Fazit

Die Märkte spekulieren bereits auf die angesprochenen unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen (Staatsanleihekauf). Die Renditen für Staatsanleihen aus der Eurozone befanden sich zuletzt im freien Fall und der Euro ist auf neues Jahrestief gegenüber dem USD gefallen. Mögliche Hinweise könnte es schon morgen, am 04. Dezember,  im Anschluss an die letzte EZB-Sitzung in diesem Jahr geben. Wahrscheinlich wird es jedoch noch bis nächstes Jahr dauern, bis die EZB mit dem Kaufprogramm für Staatsanleihen beginnt.

Folgen für den Anleger

Die Alternativen im aktuellen Niedrigzinsumfeld sind weiterhin begrenzt. Investitionen in vermeintlich sichere zinstragende Produkte, bringen kaum noch Zinsen. Auf der anderen Seite bieten Aktien deutlich höhere Renditen, aber auch ein deutlich höheres Risiko.

Unabhängig von den Renditen, die der Kapitalmarkt bietet, ist es maßgebend, welche persönliche finanzielle Risikobereitschaft ein Anleger mitbringt. Diese ergibt sich aus der emotionalen Risikobereitschaft und der Risikotragfähigkeit. Die sogenannte Risikotragfähigkeit gibt den Verlust an, den der Anleger im Fall der Fälle verkraften kann. Die emotionale Risikobereitschaft ist die Fähigkeit, mit Schwankungen an den Kapitalmärkten umzugehen. Denn nicht jeder kann nachts gut schlafen, wenn das eigene Vermögen in einem schlechten Jahr um 20 oder 30 Prozent fällt.

Auf die aktuelle Situation an den Kapitalmärkten bezogen macht es nach dem starken Anstieg der Aktienmärkte in den letzten 3 Jahren Sinn, die Gewinne in etwas weniger risikoreiche Investment umzuschichten.

Im Hinblick auf die nicht ausgestandene Eurokrise ist es jedem zu raten, einen Anteil seines Vermögens in alternativen Währungen zum Euro aufzuteilen.

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Quelle: YPOS Research

Webinar: YPOS Kapitalmarkt-Dialog am 09.12.2014

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Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.