Eingestellt am 26. November 2014 · Eingestellt in Alle Publikationen, Markteinschätzung

Zinsanpassung bei Banken

In den letzten Tagen haben immer mehr Kontoinhaber eine Anpassung der Zinssätze ihrer Bank erhalten. Dabei schrecken einige auch nicht mehr vor einem negativen Zinssatz zurück.

Für Anleger, die ihr Vermögen mittels konservativer Investments schützen wollen, sind die Zeiten hart geworden. Besonders deutsche Anleger sind stark in Anlageformen wie Sparbücher, Tagesgeldkonten oder Geldmarktfonds vertreten. Diese haben in den letzten Jahren einen dramatischen Verfall des Zinses erlebt. In den letzten Monaten erreichte diese Anlageform ein vorläufiges Allzeittief was die gebotenen Renditen angeht. Dabei gehen einige Banken mittlerweile so weit, dass sie ihren Kunden einen Strafzins in Rechnung stellen. Angesichts der Aussichten für die Wirtschaft in der Eurozone und der Schuldenproblematik ist davon auszugehen, dass Kosten in Form von negativen Zinsen für sichere Anlageformen keine Ausnahme bleiben.

Wieso fallen die Zinsen?

Der Grund für diese Entwicklung ist in erster Linie die Geldpolitik der großen Zentralbanken. Dabei hat die Europäische Zentralbank (EZB) für den Euroraum eine besonders wichtige Bedeutung. Die EZB war es, die in diesem Jahr zum ersten Mal einen Negativzins für Einlagen erhoben hat. Darüber hinaus wurde der Leitzins auf das historische Tief von 0,05 Prozent gesenkt und der Ankauf von Wertpapieren gestartet. Diese Käufe haben das Ziel, die Renditen noch weiter zu drücken. All diese geldpolitischen Maßnahmen sorgen dafür, dass die Renditen auf breiter Front stark gefallen sind.

Was ist Sicherheit

Besonders sicher sind Anleihen, die von vermeintlich soliden Staaten und Unternehmen ausgegeben werden. Noch sicherer ist natürlich die Anleihe, wenn die Laufzeit nur noch wenige Tage oder Monate beträgt. Unter normalen Umständen ist die Anlage in diesen Anleihen extrem sicher und man bekommt mit einer Wahrscheinlichkeit von nahezu 100 Prozent das investierte Geld am Ende der Laufzeit zurück. Am sichersten wäre die Einlage über nur eine Nacht bei der Zentralbank (EZB). Diese Möglichkeit steht jedoch nur Geschäftsbanken zu Verfügung. Doch seit die EZB für die Einlagen keinen positiven Zins mehr zahlt, sondern Strafzinsen veranlagt, stehen sowohl Banken als auch Sparer vor einem großen Problem: Mit der sicheren Anlage von Geld kann man keinen Zins mehr verdienen, sondern man zahlt sogar für die Sicherheit. Dies wirkt sich auf den gesamten Kapitalmarkt aus und führt zu einem extrem niedrigen Zinsumfeld.

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Folgen der Niedrigzinsen

Die Maßnahmen der EZB haben dafür gesorgt, dass mit relativ sicheren Anlagen kaum noch Geld zu verdienen ist. Daraus ergeben sich vielfällige Probleme, aber auch positive Effekte.

Sparer aller Art, die für zukünftige Verpflichtungen vorsorgen wollen oder müssen, können ihre Ziele mit den traditionellen Anlagen in diesem Zinsumfeld nicht mehr erreichen. Diese Tatsache muss entweder akzeptiert werden. Dann muss mehr zurückgelegt werden oder man muss länger warten, bis die Ziele erreicht sind. Alternativ ist es denkbar, dass Anleger in höherverzinste Anlagen investieren, diese beinhalten natürlich ein höheres Risiko. Die Möglichkeit, in eine höhere Risikoklasse zu investieren, steht übrigens nicht jedem zu Verfügung. Versicherungen, Banken, Pensionskassen und andere professionelle Anleger müssen einen Großteil ihrer Gelder in solide Anleihen investieren.

Der positive Effekt der niedrigen Zinsen ist ein Anstieg der Vermögenspreise, von der Immobilie bis zur Aktie. Dieser Effekt ist von der EZB beabsichtigt und wird als Vermögenseffekt bezeichnet. Durch diesen Effekt steigert sich das Vermögen der Anleger und diese könnten theoretisch auch mehr Geld ausgeben. Auf diesem Weg soll die Wirtschaft stimuliert und die Inflationsraten wieder in Richtung der 2 Prozent Markte bewegt werden. Gleichzeitig sollen die unattraktiven Zinsen dafür sorgen, dass immer weniger Geld gespart wird. Alternativ besteht das Ziel darin, dass Geld direkt in Konsum oder in die Wirtschaft investiert wird. Dies ist auch zwingend notwendig, denn durch die hohen Schuldenstände von Staaten, Unternehmen und Haushalten ist die Tragfähigkeit dieser nur mittels einer erhöhten Inflation zu gewährleisten (Finanzielle Repression).  Sollte die Strategie der Zentralbank nicht aufgehen, könnten die Anleger jedoch vor einem bedeutend größeren Problem stehen als einem extrem niedrigen Zinsumfeld.

Alternativen für den Anleger

Für Anleger gibt es nur zwei  Alternativen.

1.       Man muss die niedrigen Zinsen akzeptieren und den realen, in einigen Fällen sogar nominalen, Vermögensverlust hinnehmen. Die Konsequenzen (längeres Arbeitsleben oder höhere Sparquote) sind nicht gerade erbaulich, doch für einige leider alternativlos.

2.       Wer einen ausreichend langen Anlagezeitraum und die entsprechende Risikobereitschaft mitbringt, kann sein Vermögen ganz oder auch teilweise in Anlageklassen mit einem höheren Reifenprofil investieren. Wer sich mit diesem Gedanken befasst, sollte einen professionellen und unabhängigen Rat einholen. Denn in dem heutigen Kapitalmarktumfeld, in dem die Renditen gering sind kann man es sich nicht erlauben große Fehler in der eigenen Anlagestrategie zu machen.

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Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.