Eingestellt am 19. November 2014 · Eingestellt in Alle Publikationen, Markteinschätzung

Marktupdate

Die US-Aktienmärkte konnten in den letzten Handelstagen ihre Rekordjagd weiter fortsetzen. In Europa hingegen hat sich das Bild an den Aktienmärkten zwar merklich aufgehellt, doch die Sorgen um die lahmende Wirtschaft und den noch nicht gelösten Konflikt in der Ukraine verhindern bisher eine Rückkehr zu einem deutlichen Aufwärtstrend.

Die niedrigen Rohstoffpreise sollten mittelfristig der Wirtschaft Rückenwind bieten, verunsichern aktuell jedoch die Investoren. Aufgrund der starken Verluste in den letzten Wochen mehren sich die Befürchtungen einer jähen Abkühlung der Wirtschaft.

In diesem Umfeld, welches zumindest auf der globalen Ebene weiterhin von viel Unsicherheit geprägt ist, sind Anleihen weiterhin gefragt. Dafür sorgt auch die extrem expansive Geldpolitik, die auf absehbare Zeit auch weiterhin erhalten bleiben sollte.

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Russland wird nicht nachgeben

Auch wenn Russlands Präsident Putin nicht müde wird zu betonen, dass die im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise gegen Russland verhängten Sanktionen sein Land nicht in die Knie zwingen können, zeigt sich deren Wirkung aktuell sehr deutlich.

Der Druck auf die russische Währung ist so stark, dass die Notenbank nach massiven Interventionen es inzwischen aufgegeben hat, den Rubel zu stützen. Betrachtet man die Entwicklung des Rubels gegenüber dem USD, so hat der Rubel gut 38 Prozent an Wert verloren. Die hohe Inflation und die damit verbundenen Leitzinserhöhungen der Notenbank haben dazu geführt, dass sich das Zinsniveau in Russland deutlich erhöht hat. Zusammen mit einer sehr flachen Zinsstrukturkurve (Rendite 1Jahr: 9,7%; Rendite 10 Jahre: 10,1%) hat dies signifikante Auswirkungen für die russische Wirtschaft. Eine weitere Belastung besteht darin, dass sich russische Unternehmen und auch russische Banken aufgrund der Restriktionen des Westens kaum noch am Kapitalmarkt refinanzieren können und somit bei Liquiditäts- und Verschuldungsproblemen auf die Hilfe des Staates angewiesen sind. Nimmt man dann noch den immer weiter fallenden Ölpreis, der die Einnahmenseite Russlands empfindlich trifft, hinzu, so es ist nicht verwunderlich, dass sich die russische Wirtschaft stark abschwächt.

Doch auch die westlichen Handelspartner leiden unter den Folgen der Restriktionen. An einer weiteren Eskalation der Situation hat folglich weder der Westen noch Russland Interesse. Für Putin geht es in erster Linie darum, in der Heimat nicht seine derzeit starke Position zu verlieren. Diese wäre auch bedroht, wenn die wirtschaftliche Situation in Russland dauerhaft auf dem angespannten Niveau verbleibt oder sich weiter verschlechtert. So geht es darum, die russischen Interessen in der Ostukraine zu wahren, ohne die Situation gleichzeitig weiter eskalieren zu lassen. Dass Putin die Ostukraine aufgibt, schätzen wir jedoch für extrem unwahrscheinlich ein. Es ist davon auszugehen, dass die Ostukraine früher oder später Zugeständnisse in Form von Autonomierechten eingeräumt bekomme. Damit könnte auch Putin leben und würde so den Einfluss Russlands auf die Region wahren. Ob sich der Westen mit einem solchen Kompromiss anfreunden kann, muss man jedoch abwarten. Dies wäre jedoch äußerst wünschenswert, denn mit den Sanktionen gegenüber Russland verschlechtert Europa die ohnehin sehr kritische wirtschaftliche Situation noch zusätzlich. Solange sich der Konflikt jedoch nicht weiter ausweitet und eskaliert, sollten die Folgen für den Kapitalmarkt überschaubar bleiben.

Video: Steuerliche Aspekte der Kapitalanlage

Private Kapitaleinkünfte unterliegen in Deutschland fast alle der Abgeltungsteuer. Dieses ursprünglich als Vereinfachung gedachte Verfahren ist auch Jahre nach seiner Einführung noch immer ein Buch mit sieben Siegeln.

Im Rahmen unseres Webinar „Steuerliche Aspekte der Kapitalanlage“ haben wir die wichtigsten Aspekte für private Anleger näher beleuchtet.

Das Video zum Webinar finden Sie auf unserer Homepage:

Zum Video

Folgen für den Anleger

Die Alternativen im aktuellen Niedrigzinsumfeld sind weiterhin begrenzt. Investitionen in vermeintlich sichere zinstragende Produkte, bringen kaum noch Zinsen. Auf der anderen Seite bieten Aktien deutlich höhere Renditen, aber auch ein deutlich höheres Risiko.

Unabhängig von den Renditen, die der Kapitalmarkt bietet, ist es maßgebend, welche persönliche finanzielle Risikobereitschaft ein Anleger mitbringt. Diese ergibt sich aus der emotionalen Risikobereitschaft und der Risikotragfähigkeit. Die sogenannte Risikotragfähigkeit gibt den Verlust an, den der Anleger im Fall der Fälle verkraften kann. Die emotionale Risikobereitschaft ist die Fähigkeit, mit Schwankungen an den Kapitalmärkten umzugehen. Denn nicht jeder kann nachts gut schlafen, wenn das eigene Vermögen in einem schlechten Jahr um 20 oder 30 Prozent fällt.

Auf die aktuelle Situation an den Kapitalmärkten bezogen macht es nach dem starken Anstieg der Aktienmärkte in den letzten 3 Jahren Sinn, die Gewinne in etwas weniger risikoreiche Investment umzuschichten.

Im Hinblick auf die nicht ausgestandene Eurokrise ist es jedem zu raten, einen Anteil seines Vermögens in alternativen Währungen zum Euro aufzuteilen.

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Quelle: YPOS

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Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.