Titel_Markets
Eingestellt am 16. Juli 2015 · Eingestellt in Alle Publikationen, Markteinschätzung

Die Griechen haben sich verpokert

Die letzten Wochen hatten es am europäischen Kapitalmarkt in sich. Besonders die abwechslungsreiche Nachrichtenlage um Griechenland ließ Anleger den Atem anhalten. Heute hat sich der Staub schon etwas gelegt und man kann die vergangenen Wochen mit etwas mehr Distanz bewerten.

Wie in der unteren Grafik zu erkennen ist, haben die Geschehnisse um Griechenland besonders den europäischen Kapitalmarkt getroffen. Die abgebildeten Volatilitäts-Indizes (VSTOXX für Europa und der VIX für die USA) messen die Intensität der Schwankungen an den Aktienmärkten. Als Daumenregel kann man festhalten:  Je größer die Ausschläge, desto höher der Stress am Aktienmarkt. Es ist auffällig, wie wenig die Ereignisse um Griechenland die US-Märkte bewegt haben. Diese Tatsache untermauert die Argumentation, dass es sich um ein auf Europa und im Besonderen Griechenland beschränktes Ereignis handelt. In der Eurozone unterlagen alle Märkte (Aktien-, Anleihe- und Währungsmärkte) einem erhöhten Maß an Stress. Dies ist jedoch in keiner Weise mit den Ausschlägen aus den Krisenjahren 2011 und 2012 zu vergleichen.

vola

Nach den Neuwahlen in Griechenland wurde von der neuen Regierung ein Pokern um neue Konditionen für das Rettungsprogramm erwartet. Dabei gingen alle Experten davon aus, dass das Interesse der Verhandlungsparteien letztendlich eine Einigung mit sich bringen würde.

Heute sieht es in der Tat nach einer Einigung zwischen den Gläubigern und Griechenland aus. Doch die Art und Weise wie zu diesem Kompromiss kam, wird sicher in die Geschichtsbücher eingehen. Es war besonders die Tonart, mit welcher die Verhandlungen geführt wurden, die zwischenzeitlich einen unabsichtlichen Grexit, quasi als versehentlichen Unfall, wahrscheinlich werden ließ. Letztendlich musste die griechische Regierung kleinbeigeben, denn für einen Austritt aus dem Euro war und ist das Land nicht vorbereitet. Die Folgen für Griechenland wären katastrophal und hätten mit Sicherheit humanitäre Hilfen erforderlich gemacht.

Fazit

Das neue Hilfsprogramm wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Liquidität Griechenland für einige Monate oder Jahre sichern. Jedoch wird das Maßnahmenprogramm, welches Griechenland die nächsten Hilfszahlungen sichern soll, das Land nicht aus seiner Wirtschaftskrise befreien können und weitere Hilfen nötig machen. Der Schatten eines Grexits schwebt weiterhin über der griechischen Wirtschaft und verhindert dringend benötigte Investitionen, da keine Planungssicherheit für Investoren besteht.

In den politischen Beziehungen der Eurogruppe ist viel Porzellan zerschlagen worden. Ob sich die Risse zwischen den Regierungen kitten lassen, muss die Zeit zeigen. Doch eins ist heute bereits absehbar: Der Euro, der die Länder Europas eigentlich stärker verbinden sollte, verfehlt dieser Tage sein Ziel. Die nördlichen Eurostaaten sehen sich mit wachsendem Widerstand aus der Bevölkerung konfrontiert, die ein Ende der Transferzahlungen fordert. Die Staaten im Süden Europas fordern verstärkt Maßnahmen, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren. Eine expansive Haushaltspolitik soll das Wachstum durch Investitionen ankurbeln. Dies steht im krassen Gegensatz zu den bisher durchgeführten Sparprogrammen, die das Wirtschaftswachstum belastet haben. Konflikte sind also weiterhin vorprogrammiert.

Folgen für den Anleger

Betrachtet man die Aktienmärkte, sieht es aus, als hätte das Drama um Griechenland nicht stattgefunden: Europäische Aktien finden sich im Vergleich mit anderen Märkten ganz vorne wieder. Die Gründe für diese Entwicklung liegen in der Hauptsache in der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Das Zinsniveau ist durch das Ankaufprogramm auf künstlich niedrigem Stand und schwächt den Euro-Wechselkurs. Durch diesen Währungseffekt haben europäische Unternehmen im internationalen Wettbewerb deutliche Vorteile und verbuchen steigende Unternehmensgewinne. In den USA ist die Situation genau umgekehrt. Der starke US-Dollar belasten die Unternehmensgewinne. Für das 2. Quartal 2015 wird sogar ein Rückgang der Unternehmensgewinne für den S&P 500 Index von durchschnittlich 2,9 Prozent erwartet. Diese Aussichten machen US-Aktien zu Ladenhütern und entsprechend fällt die Wertentwicklung für den bisherigen Verlauf des Jahres aus.

Für den deutschen Anleger empfiehlt es sich, aufgrund der unklaren Zukunft des Euro, ein Teil des Vermögens in Fremdwährungen zu investieren. Nach einigen guten Jahren des Aktienmarktes gilt es, die Aktienquote es Portfolios zu überprüfen und gegebenenfalls die ursprüngliche Verteilung wieder herzustellen. Dabei sollten besonders regionale Unterschiede der Aktienmärkte einbezogen werden. Angesichts der globalen Schuldenproblematik ist ein Anstieg der Realzinsen unwahrscheinlich, daher sollten auf jeden Fall auch zinstragende Wertpapiere (Anleihen) einen Anteil im Portfolio haben.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Ausarbeitung einer Anlagestrategie oder überprüfen Ihr bestehendes Portfolio auf versteckte Risiken.

Kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.

Jetzt einen Beratungstermin vereinbaren

aktien

YPOS Kapitalmarkt-Dialog am 12.08.2015

Wie gewohnt erhalten Sie einen kompakten und verständlichen Überblick zu den internationalen Kapitalmärkten.

Melden Sie sich jetzt direkt an. Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt:
Zur Anmeldung

Ein gutes Instrument für Ihre Geldanlage

Um die häufigsten Anlegerfehler zu vermeiden, bietet sich eine wissenschaftlich fundierte und disziplinierte Anlagestrategie an, die mittels einer strategischen Vermögensverwaltung umgesetzt wird.

Wertentwicklung des Strategiedepots Faktor Portfolio seit Auflage*

faktor

*Die in der Vergangenheit erzielte Wertentwicklung ist keine Garantie für künftige Wertentwicklung. Die vorliegenden Informationen dienen ausschließlich Lernzwecken und sollten nicht als Anlageberatung oder Aufforderung zum Erwerb oder Verkauf eines Wertpapiers betrachtet werden.

Weitere Informationen

Haftungsausschluss/Disclaimer
Die YPOS Finanzplanung GmbH übernimmt keine Haftung für die Verwendung des vorliegenden Dokuments oder seines Inhaltes. Alle Informationen und Daten in diesem Dokument stammen aus Quellen, die der Herausgeber zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments für zuverlässig erachtet. Trotzdem kann keine Gewähr für deren Richtigkeit, Genauigkeit, Vollständigkeit und Angemessenheit übernommen werden – weder ausdrücklich noch stillschweigend. Dieses Dokument stellt weder ein Angebot zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapiers dar, noch enthält es die Grundlage für einen Vertrag oder eine Verpflichtung irgendeiner Art. Keinesfalls stellt dieses Dokument eine Anlageberatung dar und kann eine solche auch nicht ersetzen. Investitionsentscheidungen müssen auf Grundlage des Verkaufsprospektes erfolgen, der von dem Emittenten genehmigt und bei der zuständigen Wertpapieraufsicht hinterlegt ist. Sie dürfen nicht auf Grundlage des vorliegenden Dokuments erfolgen. Die besprochenen Investments können für den einzelnen Anleger, je nach Risikoklasse, Anlageziel und finanzieller Lage, unpassend sein. Jeder Leser, vor allem jeder Privatanleger, ist dringend gehalten, sich vor jeder Investitionsentscheidung umfassend zu informieren und vor der Erteilung einer Order den Ratschlag der Bank, des Brokers oder des Investment- respektive Vermögensberaters einzuholen. Die YPOS Finanzplanung GmbH ist nicht verantwortlich für Konsequenzen, speziell für Verluste, welche durch die Verwendung oder die Unterlassung der Verwendung aus den in diesem Dokument enthaltenen Ansichten und Rückschlüsse folgen bzw. folgen könnten. Zurückliegende Wert-, Preis- oder Kursentwicklungen geben keine Anhaltspunkte auf die zukünftige Entwicklung des Investments. Die YPOS Finanzplanung GmbH übernimmt keine Garantie dafür, dass der angedeutete Ertrag oder die genannten Kursziele erreicht werden. Es ist möglich, dass die YPOS Finanzplanung GmbH, ein verbundenes Unternehmen, Anteilseigner, Führungskräfte oder Angestellte Käufe oder Verkäufe in einem in dieser Publikation beschriebenen oder damit verbundenen Wertpapieren, Rohstoffen, Fonds oder Unternehmen tätigen oder getätigt haben oder in anderer Weise Anteile an Unternehmen, Rohstoffen oder Fonds dieser Publikation hält. Nähere Informationen enthalten die Hinweise nach § 34b WpHG. Dieses Dokument und die darin enthaltenen Informationen sind in Großbritannien nur zur Verteilung an Personen bestimmt, die berechtigte Personen oder freigestellte Personen im Sinne des Financial Service Act 1986 oder eines auf seiner Grundlage erfolgten Beschlusses sind oder an Personen, die in Artikel 11 (3) des Financial Services Act 1986 (Investment Advertisement – Exemptions) oder 1996 in der derzeit gültigen Fassung beschrieben sind. Anderen Personen oder Personengruppen darf dieses Dokument weder direkt noch indirekt übermittelt werden. Dieses Dokument darf weder direkt noch indirekt in die USA oder Kanada oder an US-Amerikaner oder eine Person, die ihren Wohnsitz in Kanada hat, übermittelt werden, noch in deren Territorium gebracht oder verteilt werden. Die Verteilung dieses Dokuments und der darin enthaltenen Informationen in andere Gerichtsbarkeiten kann durch Gesetz beschränkt sein und Personen, in deren Besitz dieses Dokument gelangt, sollten sich über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Jedes Versäumnis, diese Beschränkung zu beachten, kann eine Verletzung der US-amerikanischen oder kanadischen Wertpapiergesetze oder der Gesetze einer anderen Gerichtsbarkeit darstellen. Verantwortlicher im Sinne des Presserechts: Sönke Liebig Die Reproduktion, Veränderung oder kommerzielle Nutzung des Dokuments und seines Inhaltes ist untersagt und ist ohne vorherige schriftliche Einwilligung seitens der YPOS Finanzplanung GmbH unzulässig. Die YPOS Finanzplanung GmbH kann gegenüber Jedermann jederzeit ohne Angabe von Gründen die sofortige Unterlassung der Weitergabe des Dokuments verlangen. Sofern keine Angaben bezüglich der Quellen von Grafiken gemacht werden, entstammen diese der Quelle presentermedia.com. Urheberrecht Die in diesem Dokument veröffentlichten Beiträge und Grafiken sind urheberrechtlich geschützt. Jede ungenehmigte Vervielfältigung, auch auszugsweise, ist unstatthaft. Nachdruckgenehmigungen kann der Herausgeber erteilen.

Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.