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Eingestellt am 2. Juli 2014 · Eingestellt in Alle Publikationen, Markteinschätzung

Update Kapitalmarkt

Die erste Jahreshälfte 2014 ist Geschichte und wie in der Vorwoche bewegt sich an den Kapitalmärkten nicht viel. Viele Aktienmärkte befinden sich nahe ihrer Allzeit- oder Verlaufshochs. Die gute Stimmung an den Aktienmärkten ließ sich auch nicht durch die Krisen in der Ukraine oder im Irak eintrüben. Die Notenbanken machen es möglich.

Die fundamentale Situation der Wirtschaft zeigt sich weiterhin in den USA am stärksten. Das haben auch die Daten der letzten Handelstage bestätigt. Doch auch wenn die Wirtschaft in den USA in Relation zu anderen Ländern in verhältnismäßig gutem Zustand ist, wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Das Wirtschaftswachstum kommt auch in den USA nicht in ganzer Breite in der Gesellschaft an. Dies ist an den noch immer unbefriedigenden Einkommenszuwächsen und den Ausgaben für privaten Konsum abzulesen.

In Europa ist die wirtschaftliche Lage unverändert bescheiden. Die leicht positive Dynamik aus den letzten Monaten verliert aktuell an Schwung. Ob die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank einen positiven Effekt haben, muss abgewartet werden. Doch es würde uns nicht wundern, wenn die EZB in einigen Monaten erneut tief in die Trickkiste der Geldpolitik greift.

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Überraschend waren im ersten Halbjahr 2014 mit Sicherheit die weiter fallenden Zinsen, insbesondere in den USA. Die aktive Rolle der Zentralbanken machte es möglich und sollte unserer Auffassung nach auch weiter dafür sorgen, dass die Zinsen auf den historischen Tiefstständen bleiben. Die Marktphase der geringen Volatilität könnte uns demnach noch einige Zeit erhalten bleiben.

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Inflation Europa weiter schwach

Die Inflation in der Eurozone hat sich im Juni im Vergleich mit dem Vormonat nicht verändert und verbleibt bei 0,5 Prozent. Die Kernrate misst die Preisveränderung ohne die stark schwankenden Erzeugnisse aus den Bereichen Nahrungsmittel, Energie und Tabak. Sie stieg leicht von 0,68 auf 0,77 Prozent.

Keine Neuigkeiten somit, die eine Veränderung der Situation herbeiführen. Es wird jedoch spannend sein zu sehen, ob die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank die Preise steigen lassen können. Die Voraussetzungen dafür sind unseres Erachtens jedoch nicht gegeben. Die Eurozone befindet sich noch immer im Entschuldungsprozess, der noch nicht einmal richtig begonnen hat.  Die Schuldenberge bei Staaten, Haushalten und Unternehmen konnten gerade einmal stabilisiert werden, von einem Abbau kann nicht die Rede sein.

Auf der Ebene der Staaten formiert sich bereits eine Gruppe von Regierungschefs, die der schwachen Wirtschaft durch mehr staatliche Ausgaben helfen wollen. Daher ist es ohnehin fraglich, ob der Stabilitätspakt mit den vereinbarten Regeln wirklich eingehalten werden kann. Sollte die flexible Auslegung, wie die Politik den Bruch des Stabilitätspakts nennt, kommen, ist damit der Abbau der Staatsschulden erst einmal passé.

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Kreditvergabe fällt wieder stärker

Im Mai ist die Kreditvergabe stärker gefallen als erwartet. Eine Folge zweier Faktoren: 1. Die Nachfrage nach Kredit ist allgemein sehr schwach. Wer kann, zahlt seine Kredite zurück und nimmt angesichts der verhaltenen Perspektiven keinen neuen Kredit mehr auf. 2. Banken vergeben am liebsten Kredite an Kunden, die eigentlich nicht unbedingt Geld brauchen. Zusätzlich bereiten sich die europäischen Banken auf die neue Regulierung vor und versuchen die Risiken in ihrer Bilanz (dazu gehören insbesondere Kredite) zu minimieren.

Auf aktuellem Niveau spiegelt die Kontraktion der Kreditvolumen den Entschuldungsprozess wider. Die Gefahr besteht, dass aus der Rückführung der Kredite eine Abwärtsdynamik für das Preisniveau entsteht. Dies wäre ein höchst gefährlicher Cocktail, der die Wirtschaft in eine tiefe Rezession ziehen könnte. Um dem Risiko eines derartigen Szenarios entgegenzuwirken, hat die Europäische Zentralbank jüngst eine Reihe an geldpolitischen Maßnahmen initiiert. Ob diese greifen, werden die kommenden Monate zeigen. Sollten sie keine Wirkung zeigen, wird die EZB zu noch drastischeren Mitteln greifen.

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Industrie in China 

Im Juni stiegen die Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe so stark wie seit März 2013 nicht mehr. Der HSBC China  Einkaufsmanagerindex stieg von 49,4 im Mai auf 50,7 im Juni an. Werte über 50 deuten auf eine wachsende Wirtschaft hin, Werte unterhalb dieses Bereichs auf eine schrumpfende Wirtschaft. Die chinesische Wirtschaft setzt den positiven Trend damit fort und gewinnt an Momentum. Die positiven Einflussfaktoren kommen aus den Bereichen Infrastruktur und dem Aufbau von Lagerbeständen. Risiken für die Erholung bestehen weiterhin durch die Abkühlung des Immobilienmarktes. Dank der fiskalen und geldpolitischen Unterstützung sollte sich die Wirtschaft in China weiter erholen und den Aufschwung fortsetzen.

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Folgen für den Anleger

(unverändert)

Angesichts des aktuellen Zinsniveaus kommt heute kein Anleger, der sein Vermögen real erhalten oder vermehren will, an Investitionen am Kapitalmarkt vorbei! Aus Sicht des Anlegers, der in Euro rechnet, muss unserer Ansicht nach ein Teil des Vermögens außerhalb des Euro angelegt werden. Auch wenn die Eurokrise nicht akut ist, die Lösung ist nicht da und ein Ende mit Schrecken ist noch immer nicht auszuschließen. Aktien bieten einen geeigneten Inflationsschutz und sind das einzige liquide Produktivkapital, das für jeden Anleger verfügbar ist. Anleihen bieten auch aktuell noch eine laufende Verzinsung mit einem erheblich niedrigeren Verlustpotential als Aktien. Für konservative Anleger, die sich keine großen Wertschwankungen leisten können oder auch wollen, sind Anleihen eine nach wie vor eine Alternative. Die erwartete Rendite ist allerdings niedrig und daher sollten die Auswirkungen auf die Finanz- und Ruhestandsplanung berücksichtigt werden. Andere Anlageformen, wie Edelmetalle und Rohstoffe, bieten keine laufende Rendite, sind jedoch als Diversifikation des Vermögens gut geeignet. Nachrichten hin, Neuigkeiten her: Eine Analyse der eigenen Vermögensstruktur, die Kenntnis der eigenen finanziellen Risikobereitschaft und eine handwerklich sauber umgesetzte Anlagestrategie waren, sind und bleiben die richtigen Antworten auf die aktuellen und zukünftigen finanziellen Herausforderungen.

Unsere hauseigene Markteinschätzung der wichtigsten Anlageklassen

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Quelle: YPOS Finanzplanung GmbH

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Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.