Eingestellt am 14. Januar 2015 · Eingestellt in Alle Publikationen, Ausgesuchte Tagesnachrichten, Markteinschätzung

Marktkommentar

Die Marktteilnehmer werden von Woche zu Woche nervöser. Dies lässt sich gut an den sogenannten Volatilitätsindizes ablesen. Diese kennen seit Jahresbeginn nur in eine Richtung: aufwärts. Grund für die Zunahme der Schwankungen an den Börsen ist eine Kombination von Ereignissen, welche die Marktstimmung belasten:

In der Eurozone steht am 22. Januar die erste Sitzung der EZB im Jahr 2015 an. Der Markt erwartet die Bekanntgabe des Ankaufs von Staatsanleihen, alles andere wäre eine Enttäuschung.

Direkt am Wochenende nach der EZB-Sitzung wählt Griechenland ein neues Parlament. Je nach Ausgang dieser Wahl könnten sich erneut Spannungen für die Eurozone ergeben – auch ein kompletter Ausstieg Griechenlands ist nicht ausgeschlossen, wobei die tatsächlichen Konsequenzen dieses Ausstiegs heute noch nicht absehbar sind.
Die Rohstoffpreise, allen voran der Ölpreis und zuletzt auch der Kupferpreis, fallen mit zunehmender Dynamik. Dies weckt an den Börsen die Angst vor einer bevorstehenden Nachfrageschwäche. Eine mögliche globale Rezession gilt als Schreckensszenario, denn dies würde die Bemühungen der Zentralbanken und deren Effektivität in Zweifel ziehen.

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Zu den beschriebenen Belastungsfaktoren kommen noch die schwierige Situation in Russland und weitere geopolitische Krisen hinzu. Alle Faktoren zusammen belasten die Märkte für Aktien und andere risikobehaftete Anlageinstrumente. Von der Unsicherheit profitieren in erster Linie die als sicher geltenden Anleihemärkte und Gold.

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Ölpreis im Fokus

Der Ölpreis ist im letzten Jahr gut 48 Prozent gefallen und setzt in 2015 diese Entwicklung weiter fort. Unserer Einschätzung nach hat dies durchaus weitreichendere Konsequenzen als sinkende Benzinpreise.

Wir erwarten vor allem Auswirkungen auf die Weltkonjunktur (sowie in der Konsequenz auf geopolitischer Ebene) und Beeinträchtigungen auf den Devisenmärkten. Neben der Nachfrageseite sehen wir die Ursache für die aktuelle Preisentwicklung hauptsächlich auf der Angebotsseite. In den letzten Jahren fand eine dramatische Verschiebung der Ölproduktion nach Amerika statt. Amerika steht Dank der Fracking-Technologie kurz davor, zum größten Erdölproduzenten der Welt aufzusteigen.

Offensichtlich wird die bislang geltende Rollenverteilung am Ölmarkt – OPEC als produzierende Einheit und die Industriestaaten als Konsumenten – derzeit neu definiert. Der Markt ist gerade dabei, diese neue Konstellation, die einem freieren Ölmarkt gleichkommt, einzupreisen.
Dabei stellt der starke Verfall des Ölpreises für ölexportierende Länder eine hohe Belastung dar. Auf der anderen Seite profitieren die Importländer von günstigeren Einkaufspreisen.

Doch obwohl der Ölpreis mit Stand zum Ende des Jahres 2014 um gut 40 Prozent gefallen ist, sind die Auswirkungen von Land zu Land unterschiedlich. Die Ursache hierfür sind Wechselkurse der jeweils nationalen Währungen im Vergleich zum US-Dollar, der Abrechnungswährung des Öls.

Konsequenzen für die Exportländer

In Russland hat der stark gefallene Rubelkurs dazu beigetragen, den Effekt eines niedrigeren Ölpreises aufzufangen. Wie die internationale Energieagentur mitteilte, sind die Exporte in Rubel gerechnet sogar angestiegen, obwohl diese aufgrund des Ölpreisverfalls in US-Dollar stark gefallen sind. Der Grund hierfür liegt darin, dass die inländischen Kosten weiterhin in Rubel gezahlt werden. Die Einnahmen durch den Verkauf von Öl erfolgen in US-Dollar, dessen Wert gegenüber dem Rubel stark zugelegt hat. Man erhält also mehr Rubel pro US-Dollar. Dies erlaubt, die Ausgaben in Rubel weiterhin in voller Höhe fließen zu lassen (natürlich haben sich auf der anderen Seite Importe von Wahren und Dienstleistung durch den Verfall des Rubelkurses stark verteuert).

Anders stellt sich die Situation in den Golfstaaten der OPEC dar, deren Währungen an den US-Dollar gekoppelt sind. Länder wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben den größten Einbruch ihrer Umsätze in nationaler Währung zu verkraften. Die Golfstaaten verfügen jedoch über üppige Reserven, die es den Ländern ermöglichen, für eine lange Zeit einen Ölpreis auf dem heutigen niedrigen Niveau zu verkraften.

Doch nicht alle ölexportierenden Länder sind in der Lage, ihre Haushalte mit dem heutigen niedrigen Ölpreis zu finanzieren. Für Länder wie Venezuela und Nigeria sind die niedrigen Ölpreise auf Dauer ein echtes Problem und könnten zu einer Staatskrise führen.

Konsequenzen für die Importländer

Auf der Konsumentenseite wurde in Ländern wie der Türkei, Japan und Indonesien die Kostenersparnis des gefallenen Ölpreises durch die nationalen Währungen teilweise stark abgemildert. Indien, China und Südkorea dagegen profitieren am stärksten vom gefallenen Ölpreis.

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Folgen für Anleger

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Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.