Eingestellt am 21. Mai 2014 · Eingestellt in Alle Publikationen, Markteinschätzung

Konjunktur, Märkte und Portfolio

Nach den letzten Äußerungen aus den Reihen des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Erwartungen an die nächste Sitzung der EZB groß. In der Tat gehen auch wir davon aus, dass die EZB im Juni die Zinssätze (Hauptrefinanzieruns-, Spitzenrefinanzierungs- und Einlagenzinssatz) erneut senken wird. Doch Maßnahmen, die über diese Veränderungen hinausgehen, könnten weiterhin auf sich warten lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB mehr als die Senkung der Zinssätze vornimmt, schätzen wir als eher gering ein. Dies schafft unserer Meinung nach das Potential für eine kurzfristige Enttäuschung, besonders am europäischen Anleihemarkt. Dieser hat mit den heute gehandelten Renditen bereits einiges an Vorschusslorbeeren für ein in der Zukunft mögliches Ankaufprogramm für Anleihen erhalten.

An den Aktienmärkten haben die Peripherieländer in 2014 bislang am besten abgeschnitten. Ganz vorne sind Italien, Belgien, Spanien, Irland oder auch Portugal zu finden. Diese Länder würden von den möglichen Maßnahmen der EZB am stärksten profitieren. Damit sich jedoch auch die fundamentale Situation bessert, wäre das effizienteste Werkzeug der EZB der direkte Ankauf von Krediten aus den europäischen Bankbilanzen. Dies wird unserer Meinung nach bereits vorbereitet und sollte in den kommenden Monaten bekannt gegeben werden.

In der Zwischenzeit versuchen die Märkte, die bislang verfügbaren Informationen in die Kurse einzuarbeiten. Die wichtigsten Faktoren: Die Liquidität der Zentralbanken (Europa, USA, Japan, England) wird zum großen Teil in den Preisen am Kapitalmarkt reflektiert. Im nächsten Schritt geht es darum, ob die massive Stimulation sich auch in einer Verbesserung der Unternehmensergebnisse, Arbeitslosenzahlen usw. niederschlägt. Genau an diesem Punkt sind wir aktuell!

 

aktien

Am Anleihemarkt gab es in diesem Jahr, entgegen der Erwartungen, bislang mehr zu verdienen als am Aktienmarkt. Der erwartete Anstieg der Zinsen in den USA und Großbritannien ist ausgeblieben. Stattdessen wurden die vermeintlich sicheren Investments, wie Anleihen der Bundesrepublik Deutschland, gesucht, als gäbe es kein morgen. Die Faktoren, welche diese Preisentwicklung rechtfertigen könnten, sind eine weiterhin sehr niedrige Inflation und ein umfangreiches Kaufprogramm von Staatsanleihen seitens der EZB. Es könnte aber auch schlicht und einfach der vorherrschende Anlagenotstand von institutionellen Anlegern wie Versicherungen und Pensionskassen sein… oder doch der Vorbote einer dauerhaften Deflation in der Eurozone mit der impliziter Garantie der EZB, dass es zu keinem relevanten Schuldenschnitt bei Staatsanleihen kommt?!

Der Euro verlor in den letzten Wochen etwas an Wert und ist unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Währungsraumes noch immer teuer gegenüber den Währungen der Handelspartner. Hier besteht unserer Meinung nach noch weiteres Abwärtspotential. Aus der Sicht eines deutschen Anlegers ist es vielleicht kein schlechter Zeitpunkt um ohnehin auf der Einkaufsliste stehende Vermögenswerte in ausländischer Währung zu erwerben.

Edelmetalle konnten sich zuletzt stabilisieren, doch für eine Trendwende fehlen weiterhin die Treiber. Physischer Besitz ist also angebracht, reine Preisspekulation über börsengehandelte Produkte drängt sich aber nicht auf.

Für den breiten Rohstoffmarkt gilt dies ebenfalls. Aus einer antizyklischen Perspektive kann das Segment gerade jetzt interessant sein. Letztendlich können Rohstoffe aber nur die Abrundung eines breit aufgestellten Portfolios sein und die meisten Anleger haben dies leider nicht aufzuweisen.

 

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Bedeutung für den Anleger

Aktienkurse reflektieren immer die Erwartung an das zukünftige Gewinnwachstum. Besonders in den USA konnten die vorgelegten Ergebnisse in der Berichtssaison des 1. Quartals positiv überraschen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die großen US Aktienindizes erst kürzlich neue Allzeithochs erreichten. In Europa war die Berichtssaison eher ernüchternd. Die Erwartungen an das Wachstum waren überzogen und daher mussten die Aktienmärkte die tatsächlichen Ergebnisse in den letzten Wochen zunächst einmal verarbeiten. Allerdings sind in Europa noch immer günstigere Bewertungen zu finden als am US-Aktienmarkt. Durch ein beherztes Eingreifen der EZB sollten sich die Wachstumsaussichten in Europa verbessern. Der perfekte Einstiegszeitpunkt wird sich wohl nur schwer finden lassen. Dementsprechend ist das Warten auf die nächste große Krise und den Systemzusammenbruch keine Anlagestrategie. Aus der taktischen Perspektive halten wir eine aktive Auswahl von europäischen Aktien für einen guten Weg, um von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen profitieren zu können.

Für Anleger, deren Aktienquote im Verhältnis zu ihren langfristigen Zielen zu gering ist, kann sich die Kombination aus einer einmaligen Anlage und einem regelmäßigen Sparplan anbieten. Selbstverständlich ist auch unser Faktor-Portfolio eine sehr gut strukturierte Lösung, um effizient und diszipliniert in die globalen Kapitalmärkte zu investieren.

Angesichts des sehr niedrigen Zinsniveaus und einer sich (wenn auch quälend langsam und natürlich in Relation zu den Rahmenbedingungen) verbessernden Wirtschaft, geht weiterhin kein Weg an Aktien (natürlich in Abhängigkeit der finanziellen Risikobereitschaft!) vorbei.

In unserem Basisszenario werden sich die Inflationsraten noch in 2014 stabilisieren und im Anschluss langsam auf ein Niveau von um die 2 Prozent einpendeln. Das Zinsniveau wird von den Zentralbanken weiterhin künstlich niedrig gehalten, um den Banken und Staaten ausreichend Zeit zu geben. So werden die Sparer für die Reparatur des Systems zur Kasse gebeten. Gleichzeitig werden die niedrigen Zinsen auch zu einer langfristigen, aber nicht ewig andauernden, Akzeptanz von höheren Vermögenspreisen führen. Dementsprechend bevorzugen wir Vermögensklassen, bei denen eine relativ zeitnahe Reaktion möglich ist.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass selbst eine Renditeverdopplung der zehnjährigen Bundesanleihe nicht ausreichen würde, um die Kaufkraft nach Steuern und Inflation zu erhalten. Daher ist die aktive Auseindersetzung mit den eigenen finanziellen Plänen und eine daraus abgeleitete Vermögensstruktur mit individueller Anlagestrategie der sinnvollste Weg, um konstruktiv auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren. In einem aktuellen Videobeitrag gehen wir auf das Thema laufende Renditen ein.
Video: Wo gibt es noch laufende Erträge

Wir helfen Ihnen die passende Anlagestrategie zu finden.

Wie Sie genannten Handlungsempfehlungen effizient und unter Beachtung Ihrer bestehenden Vermögensstruktur umsetzen, erläutern wir Ihnen gerne in einem Beratungsgespräch
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Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.