Eingestellt am 16. April 2014 · Eingestellt in Markteinschätzung

NEU: YPOS Markt-Update

Seit dieser Woche erscheint neben der YPOS Markets zusätzlich ein kurzes YPOS Markt-Update. Dieses bietet Ihnen eine sehr schnelle Übersicht zu den aktuellen Bewegungen an den internationalen Kapitalmärkten. Die aktuelle Ausgabe finden Sie am Ende der Seite in den aktuellsten Beiträgen. In der Markets erhalten Sie weiterhin ausführlichere Hintergrundinformationen und wir wagen einen Blick über den Tellerrand der kurzfristigen Marktbewegungen hinaus. Wir freuen uns auf Ihr Feedback und weitere Anregungen.

USA bekommen sie, Europa braucht sie – INFLATION

Die disflationären Tendenzen in den USA und Europa verschaffen den Zentralbanken mehr Spielraum, um die Leitzinsen für einen längeren Zeitraum niedrig zu belassen. Doch die Ausgangssituationen sind grundverschieden: Während sich in denn USA ein Ende der Phase niedriger Inflationsraten abzeichnet, sieht sich Europa der Gefahr einer verlorenen Generation und immer weiter steigenden Staatsschulden gegenüber.

Status Quo

Angesichts der zahlreichen Schocks, die es in den letzten Jahren für die Weltwirtschaft zu verkraften gab, sind noch immer viele Kapazitäten im Wirtschaftskreislauf ungenutzt. Ob Arbeitskräfte, die derzeit keine Anstellung finden oder Maschinen und Anlagen, die nicht oder nicht zu 100 Prozent genutzt werden. All diese Faktoren sorgen mit für eine geringere Nachfrage von Gütern und Dienstleistungen, welche sich letztendlich auch in Form der Preisentwicklung niederschlägt. Der als Inflation gebräuchliche Begriff für die Entwicklung der Konsumentenpreise ist das bekannteste Maß für die Preisentwicklung. Nach einigen Nachfrageschocks haben sich die Inflationsraten der Konsumentenpreise zumindest stabilisiert oder bewegen sich wieder, wie im Fall der USA, aufwärts. Das Sorgenkind ist und bleibt allerdings die Eurozone. Denn die zurückgehenden Preise bringen gleich mehrere Probleme mit sich: Eine  Stabilisierung der Schuldenstände der Staaten wird zur immer größeren Herausforderung und durch fallende Steuereinnahmen wächst das Risiko einer Rückkehr der Schuldenkrise

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Abb.1

Aussichten

Die Produzentenpreisentwicklung gilt als früher Indikator für die Entwicklung der Inflationsraten an der Ladentheke. Da steigende Kosten bei Produzenten über die Wertschöpfungskette nach Möglichkeit an die Endkunden weitergegeben werden, beeinflussen die Produzentenpreise die Konsumentenpreise. Dies geschieht jedoch immer zeitverzögert und nicht in vollen Umfang. In einigen Fällen wird es den Unternehmen aufgrund des herrschenden Wettbewerbs nicht möglich sein, gestiegene Produzentenpreise an den Endkonsumenten weiter zu geben. Doch trotz aller Besonderheiten dienen die Produzentenpreise als gutes Werkzeug, um die Entwicklung und die Details der Konsumentenpreisentwicklung genauer zu analysieren.

Abb. 2 verdeutlicht, wie die Produzentenpreise in der Eurozone seit geraumer Zeit fallen, zeitverzögert und in weniger starker Ausprägung folgten die Preise für Konsumenten den Vorgaben der Produzenten. Auffällig ist die Problematik der fallenden Produzentenpreise in 3 der G4 Staaten. Dies ist noch immer eine Folge der multiplen Schocks die unser Wirtschaftssystem in den letzten Jahren zu verkraften hatte. Die genauen Hintergründe zunächst außen vor gelassen, fällt auf, dass sich die Entwicklung der Produzentenpreise in den USA von den restlichen G4 Staaten abgekoppelt hat. Dies könnten erste Anzeichen einer sich normalisierenden Inflation, auch für die Konsumenten, sein. Für die Eurozone ist die Lage mit Abstand am besorgniserregendsten.

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Abb.2

Aufgrund der kritischen Situation in der Eurozone erlaubt Abb. 3 einen genaueren Blick auf die Produzentenpreise hinsichtlich ihrer verschiedenen Bestandteile. Die Preise für das verarbeitende Gewerbe sowie für Energie reagieren gewöhnlich zuerst auf sich ändernde Rahmenbedingungen. Der aktuelle Trend von fallenden Preisen scheint hier weiterhin in Takt zu sein, denn Anzeichen für eine Umkehr des Trends sind bisher nicht auszumachen. Keine Anzeichen also, dass sich die Situation kurzfristig ändern könnte.

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Abb.3

Kreditvergabe als Motor der Wirtschaft

Ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Preise, sowohl für den Produzenten, als auch für den Konsumenten, ist die Kreditvergabe (Abb.4) der Banken. Diese ist in Europa nahezu überall rückläufig. Zwar konnten sich die negativen Wachstumsraten bei der Kreditvergabe stabilisieren, doch nach wie vor fehlen die Mittel, die der Wirtschaft als Kredite für Investitionen zur Verfügung stehen sollten. Ganz anders ist die Situation in den USA, hier hat die Geldpolitik der Notenbank nach einiger Zeit das gewünschte Ziel erreicht. Die Kreditvolumina steigen erneut an und dieser Entwicklung sollte auch die Preisentwicklung in den kommenden Monaten folgen.

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Abb.4

Fazit

Die Schocks, welche die Weltwirtschaft verkraften musste, waren seit dem Niedergang der Großbank Lehmann Brothers zahlreich und sehr unterschiedlich. Um die Folgen für die heimische Volkswirtschaft zu lindern haben, alle Notenbanken außergewöhnliche Maßnahmen angewandt. Leider hat die Europäische Zentralbank bisher auf halben Weg aufgehört, ihre Aufgabe zu erfüllen. Die Lage wurde zwar stabilisiert, doch der Auftrag „Preisstabilität“ wurde nicht erfüllt. Die Inflation lag zuletzt im Euroraum bei 0,5 Prozent. Das Ziel liegt bei 2 Prozent – eine viel zu große Differenz!

Wie immer, wenn so viele Länder in einer Institution zusammenarbeiten, geht es auch bei der EZB um Politik. Doch angesichts der Schuldenproblematik in der Eurozone wird eine Reflationierung der Schulden zwar benötigt, doch kann unter heutigen Voraussetzungen nicht erfolgen (fehlende Inflation). Auch sollte man die sozialen Aspekte nicht vergessen, die Arbeitslosenstände (Abb.5) in den Euroländern werden langfristig für viel Unmut und Frust sorgen. Keine guten Vorzeichen für eine Währungsunion, die, wenn sie dauerhaft fortbestehen will, näher zusammen rücken muss.

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Abb.5

 

Weitere Informationen

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Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.