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Eingestellt am 4. Februar 2015 · Eingestellt in Alle Publikationen, Markteinschätzung

Optimismus am Aktienmarkt

An den europäischen Aktienmärkten geht die Aufwärtsbewegung auch im Februar weiter. Der deutsche Aktienmarkt eilt dabei dem ohnehin starken europäischen Aktienmarkt voraus und erreichte zu Beginn dieses Monats ein neues Allzeithoch knapp unterhalb der 11.000 Punkte Marke. Neben dem wichtigsten Treiber, der Geldpolitik der EZB, stützen vor allem die Erwartungen einer bevorstehenden Einigung zwischen der neuen griechischen Regierung und den Vertretern der europäischen und internationalen Gläubiger. Dabei könnten allerdings lange und harte Verhandlungen die Aktienmärkte, insbesondere der südeuropäischen Eurostaaten, belasten.

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Anleihemarkt

Die Anleihemärkte profitieren sowohl von der weltweit lockeren Geldpolitik als auch von den geringen Inflationsraten. Dabei sollten Anleger beachten, dass die Inflationsraten in erster Linie durch die stark gefallenen Energiepreise (Rohöl) beeinflusst wurden. Wie die nachfolgende Abbildung zeigt, lässt sich der größte Anteil des Inflationsrückgangs auf die gefallenen Energiekosten zurückführen.

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Inflationsrisiko unterschätzt

Angesichts der extrem niedrigen Zinsen, die am Anleihemarkt geboten sind, sollten sich Anleger die Risiken einer steigenden Inflation bewusst machen.

Beispiel: Eine US-Staatsanleihe mit einer Restlaufzeit von 9,74 Jahren handelt aktuell mit einer Rendite von 1,77 Prozent. Die Inflation liegt zum gleichen Zeitpunkt bei 0,7 Prozent, was eine Rendite nach Inflation von 1,07 Prozent ergibt. Angenommen, die Inflation steigt auf das Ziel der europäischen Notenbank von 2,0 Prozent. Dann bleibt in Bezug auf die US-Staatsanleihe nach Inflation eine Rendite von -0,23 Prozent übrig. In einem solchen Szenario wird der Kapitalmarkt mit großer Wahrscheinlichkeit reagieren: Die Preisfindungsmechanismen des Marktes werden dafür sorgen, dass die reale Rendite der Anleihe wieder auf das jetzige Niveau steigt. Dies bedeutet die, Rendite der Anleihe wird von 1,77 auf 3,07 Prozent steigen. Diese steigende Rendite hat die Folge, dass der Kurs der Anleihe fällt, in unserem Beispiel würde der Kursverlust ca. 11,4 Prozent betragen. Für konservative Anleger, die traditionell in Anleihen investieren, durchaus eine signifikante Größenordnung.

Unserer Einschätzung nach sind die aktuell am Markt gehandelten Inflationserwartungen zu gering.  Der Verfall des Ölpreises hat in den letzten Monaten zu einer erheblich fallenden Inflationserwartung geführt. In der nachfolgenden Abbildung ist die gehandelte Inflationsrate für verschiedene Länder dargestellt. Die Marktteilnehmer sind bereit, in der Eurozone eine Inflationsrate für in zwei Jahren von 0,13 Prozent zu verkaufen. Unserer Meinung nach handelt es sich um eine deutliche Überreaktion des Marktes und wir gehen (insbesondere in zwei Jahren) von deutlich höheren Inflationsdaten aus.

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Eurozone auf dem Weg der Besserung

In der Eurozone steigen nicht nur die Aktienmärkte. Auch die wirtschaftlichen Indikatoren haben sich zuletzt aufgehellt und zeichnen ein freundlicheres Bild. Wir gehen davon aus, dass der Wirtschaft in der Eurozone gleich mehrere Faktoren Rückenwind verleihen:

  • Erstens profitiert die Eurozone als Netto-Ölimporteur von niedrigeren Kosten für Rohöl. Daraus ergeben sich positive Effekte für den Konsum.
  • Die Geldpolitik sorgt dafür, dass Gelder angesichts der niedrigen Zinsen, leichter ausgegeben werden.
  • Der Wechselkurs des Euro hat in den letzten Monaten massiv abgewertet und steigert somit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Eurozone.

Wenn man die Daten der Kreditvergabe in der Eurozone betrachtet (nachfolgende Abbildung) kann man eine starke Erholung feststellen. Im Dezember wurde erstmals seit Januar 2012 ein positives Kreditwachstum für den privaten Sektor verzeichnet. Die derzeitige positive Dynamik sollte man vorerst nicht überbewerten, doch ohne Zweifel hat sich eine Besserung der Situation eingestellt. Sollte sich diese weiter fortsetzen, werden die Wirtschaftsdaten den europäischen Aktienmärkten bald folgen.

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Folgen für Anleger

Die Anlagealternativen im aktuellen Zinsumfeld werden immer unattraktiver.  Investitionen in vermeintlich sichere zinstragende Produkte (Anleihen) bringen kaum noch Zinsen und bergen sogar das Risiko von Kursverlusten bei ansteigenden Leitzinsen. Auf der anderen Seite bieten Aktien deutlich höhere Renditen, aber auch ein deutlich höheres Risiko. Dies drückt sich an Bewertungskennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis aus. Hier werden die Erträge ins Verhältnis zum Kaufpreis gesetzt. In der nachfolgenden Abbildung sind die KGVs verschiedener Anlageklassen abgebildet. Es wird schnell deutlich, dass Aktien im Verhältnis zu Anleihen eine relativ günstige Bewertung aufweisen.

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Im Hinblick auf die nicht ausgestandene Eurokrise ist es durchaus empfehlenswert, einen Teil seines Vermögens in alternative Währungen zum Euro aufzuteilen. Denn nicht nur das Risiko eines Zusammenbruchs der Eurozone, sondern auch die Geldpolitik der Zentralbank wird den Wert des Euro weiter schwächen.

Wichtig ist, ein globales Portfolio in verschiedenen Anlageklassen und einer Reihe an unterschiedlichen Währungen zu besitzen. Denn die Risiken sind heute zahlreich und zum Teil nicht kalkulierbar. Daher ist es elementar, das eigene Vermögen nicht zu einseitig aufzustellen und auch auf unerwartete Umstände vorbereitet zu sein.

Unabhängig von den Renditen, die der Kapitalmarkt bietet, ist es maßgebend, welche finanzielle Risikobereitschaft Sie als Anleger aufweisen. Diese ergibt sich aus der emotionalen Risikobereitschaft und der Risikotragfähigkeit. Die sogenannte Risikotragfähigkeit gibt den Verlust an, den der Anleger im Fall der Fälle verkraften kann. Die emotionale Risikobereitschaft ist die Fähigkeit, mit Schwankungen an den Kapitalmärkten umzugehen. Denn nicht jeder kann nachts gut schlafen, wenn das eigene Vermögen in einem schlechten Jahr um 20 oder 30 Prozent fällt.

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Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.