Eingestellt am 29. Januar 2016 · Eingestellt in Alle Publikationen, Markteinschätzung

Erholung oder Ruhe vor dem Sturm?

Nach dem sehr schwachen Start in das Börsenjahr 2016 konnte sich der globale Aktienmarkt in der letzten Woche etwas stabilisieren. Dennoch sind alle wichtigen Märkte weiterhin deutlich im Minus. Die tiefsitzende Sorge um Chinas Wirtschaft, gepaart mit negativen Überraschungen aus diversen Ländern (hier enttäuschten reihenweise Wirtschaftsindikatoren des Industriesektors) hat eine anhaltend negative Börsenstimmung zur Folge.

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Der hilfesuchende Blick zur Notenbank ersetzt nicht das eigene Risikomanagement

Bei einer Eintrübung der wirtschaftlichen Perspektiven und anhaltenden Abwärtsrisiken für die Preisentwicklung können die Notenbanken wahrscheinlich nicht lange warten und müssen das bereits bekannte Spiel mit höherer Intensität fortsetzen. Die Europäische Notenbank (EZB) hat in ihrem Meeting im Januar bereits weitere Maßnahmen in Aussicht gestellt und steht jetzt unter Zugzwang. Die US-Notenbank hat in dieser Woche auf die problematische Situation hingewiesen und die Notenbank in Japan hat erstmals einen negativen Zins (0,1 Prozent) für Einlagen der Banken festgesetzt.

Angesichts der „überwältigenden“ Aktivitäten der Zentralbanken könnten die Märkte für riskante Anlageklassen damit eine Absicherung gegen starke Kursverluste erhalten. Die geldpolitischen Maßnahmen würden den Anlagenotstand und damit auch das Risiko der Fehlallokation von Kapital erhalten. Es bleibt nur zu hoffen, dass den Notenbanken nicht die Werkzeuge ausgehen und das Vertrauen der Marktteilnehmer anhält. Ein Großteil des Pulvers könnte allerdings bereits verschossen sein. Anleger sollten ihr Risikomanagement daher keinesfalls auf die Notenbank verlagern. Der Werkzeugkasten für die selbstbestimmte Dosierung des Risikos ist erfreulicherweise recht groß. Zum einen könnte jetzt etwas mehr Kasse gehalten werden, um bei einem starken Anstieg der Volatilität über strukturierte Produkte und Strategien mit einem Puffer in die Aktienmärkte zu investieren. Trendfolgende Ansätze sind eine weitere Alternative, die in der Vergangenheit bei fallenden Aktienmärkten positiv aufgefallen sind. Auch marktneutrale Ansätze sind sinnvolle Instrumente zur Reduktion der Abhängigkeit des eigenen Depots vom Trend des allgemeinen Aktienmarktes. Auch beim Risikomanagement gilt: Diversifikation ist angesagt.

Auf das aktuelle Kapitalmarktgeschehen bezogen wäre eine mögliche Kehrtwende der US-Notenbank wahrscheinlich am folgenreichsten. Die Zinserwartungen für die USA sind bereits stark rückläufig und der handelsgewichtete USD-Index gibt bereits seit Ende 2015 nach. Sollte die US-Notenbank (die sich eigentlich im Zyklus steigender Zinsen befinden möchte) zurückrudern müssen und sogar die Geldpolitik lockern, dann wäre dies ein Paukenschlag an den Kapitalmärkten. Die Rentenmärkte haben bereits Teile eines solchen Szenarios eingepreist.

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Mögliche Folgen am Beispiel des US-Aktienmarktes

In diesem Szenario sollte der US-Aktienmarkt profitieren können, da sich der Gegenwind einer starken Währung reduziert. Fallende Renditen würden die Refinanzierung der Unternehmen günstiger gestalten und für Kursgewinne bei Anleihe sorgen. Auch die Riskoprämien wären durch geringere Renditen wieder attraktiver. In Kombination mit den gefallenen Kursen sehen dann auch substanzwertorientierte Kennzahlen (Bspw. Tobin´s Q) wieder „fairer“ bewertet aus, so dass sich wieder mehr Argumente für die Aktienanlage finden werden.

US Tobin's Q

Letztendlich hängt die langfristige Attraktivität der verschiedenen Vermögenswerte von den verfügbaren Alternativen und dem erwarteten Zins- und Renditeniveau ab. Eine strukturelle Einschätzung zu Zinsen und deren Einflussfaktoren finden Sie in diesem Video:

Video: Pflichtlektüre – Unterscheiden Sie zwischen Symptomen und Ursachen

Fazit für Anleger

Leider ist das Timing für die Umsetzung solcher Einschätzungen schwierig. Für den einzelnen Investor liegt der beste Ansatz immer noch darin, über eine sinnvolle Anzahl von Vermögensklassen und Investitionsstrategien zu streuen. Am wichtigsten ist es jedoch, der persönlichen Investmentstrategie treu zu bleiben. Wie Sie diese finden können und was eine handwerklich saubere Herleitung aussieht erläutern wir Ihnen gerne in einem kostenfreien Telefonat. 

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YPOS Kapitalmarkt-Dialog am 23. Februar 2016

Die nächste Webkonferenz „YPOS Kapitalmarkt-Dialog“, findet am Dienstag, 23. Februar 2016 um 18.00 Uhr statt. Die Dauer beträgt ca. 60 Minuten.

Am Ende des Webinars besteht die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu richten.

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Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.