Eingestellt am 21. Januar 2015 · Eingestellt in Alle Publikationen, Markteinschätzung

Der Sturm vor der Ruhe

Die letzte Handelswoche hatte es in sich. Das alles beherrschende Ereignis was die Auflösung der Kopplung des Schweizer Franken an den Euro. Die Problematik bei der absolut unerwarteten Aktion der Schweizer Nationalbank (SNB) war nicht die Aufhebung der Koppelung an den Euro selbst, sondern die sehr bescheidene Informationspolitik gegenüber dem Kapitalmarkt. Denn es war am Ende des Tages nicht die Aufwertung des Franken, welche die Finanzwelt erschütterte, sondern die plötzliche Explosion der Volatilität. Diese war für einige Marktteilnehmer nicht mehr tragbar und führte in Teilbereichen des Marktes zum Zusammenbruch einiger Handelshäuser.

Einen Überblick über die Hintergründe sowie die aktuellen Entwicklungen zum Thema Schweizer Franken haben wir in einem kurzen Videoupdate für Sie zusammengestellt. Welche Konsequenzen sich ergeben und warum ein effizientes Risikomanagement wichtiger ist, denn je, erfahren Sie hier:

Zum Video

Die wichtigste wirtschaftliche Folge der Entscheidung der SNB außerhalb der Schweiz betrifft den Euro. Denn ab jetzt beendet die SNB ihre Käufe der Einheitswährung, was zu einer rasanten Abwertung des Euro führte. Für andere Länder wird es also günstiger, Waren und Dienstleistungen aus Euroländern einzukaufen. Das wird der Wirtschaft in der Eurozone helfen und den Aktienmarkt beflügeln.

Europäische Aktien kaufen

Wir gehen davon aus, dass 2015 ein gutes Jahr für europäische Aktien sein wird. Dabei sind die wichtigsten Treiber folgende:

1. Die EZB senkt die Renditen am Anleihemarkt durch massive Staatsanleihekäufe und sorgt für eine anhaltende Abwertung des Eurokurses. Die Verkündung des Ankaufprogrammes am Donnerstag (22.01.15) gilt als beschlossene Sache. Dabei wird es dennoch interessant sein, die Details des Programms zu erfahren.

2. Der niedrige Ölpreis sorgt weltweit für eine geringe Inflation. Doch da sich mittelfristig der Preis für das schwarze Gold wieder um die Marke von 70-80 USD einpendeln sollte, wird die Inflation nicht lange auf dem geringen Niveau verbleiben. Wenn die Energiepreise wieder steigen, wird die Überraschung für einige Teilnehmer groß sein, dass die Prognosen wieder nach oben angehoben werden müssen.

Einen kleinen Vorgeschmack auf den Verlauf des Jahres 2015  haben unserer Meinung nach die Märkte in den ersten Wochen des Januars geboten. Wie in der nachfolgenden Grafik zu erkennen ist, zeigen die europäischen Aktienmärkte eine deutlich stärkere Performance als beispielsweise der US-Aktienmarkt.

aktien

Es wird ruhiger

Im Jahr 2015 werden die Zentralbanken wieder im Fokus des Geschehens stehen. Es ist davon auszugehen, dass nach dem stürmischen Start in das Jahr die Schwankungen an den Kapitalmärkten wieder abnehmen werden.

Doch zuvor muss die EZB die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen, was sie unserer Meinung nach auch tun wird. Nach der endgültigen Bekanntgabe des Staatsanleiheankaufs kann es jedoch zu einem Rücksetzer an den Märkten kommen. Der Klassiker unter den Marktwaisheiten würde sich hier bewahrheiten: „Buy the rumor, sell the fact“. Einen solchen Rücksetzer im Anschluss an die Verkündung des Ankaufprogramms würden wir als Kaufgelegenheit wahrnehmen.

Am kommenden Wochenende werden dann die Griechen ein neues Parlament wählen. Doch völlig egal, welche Konstellation als Sieger hervorgehen wird, die neue Regierung wird sich mit den anderen Eurostaaten auf einen wie auch immer gestalteten Schuldenschnitt einigen. Dafür wird sie die Kernforderungen der Kommission erfüllen müssen.

Wenn diese beiden Ereignisse hinter uns liegen, sollte an den Märkten zunächst einmal wieder etwas Ruhe einkehren. Wobei uns die Ereignisse der letzten Woche wieder einmal gezeigt haben, dass mit den sinnbildlichen schwarzen Schwänen immer gerechnet werden muss.

Folgen für Anleger

Die Anlagealternativen im aktuellen Zinsumfeld werden immer unattraktiver.  Investitionen in vermeintlich sichere zinstragende Produkte (Anleihen) bringen kaum noch Zinsen und bergen sogar das Risiko von Kursverlusten bei ansteigenden Leitzinsen. Auf der anderen Seite bieten Aktien deutlich höhere Renditen, aber auch ein deutlich höheres Risiko. Dies drückt sich an Bewertungskennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis aus. Hier werden die Erträge ins Verhältnis zum Kaufpreis gesetzt. In der nachfolgenden Abbildung sind die KGVs verschiedener Anlageklassen abgebildet. Es wird schnell deutlich, dass Aktien im Verhältnis zu Anleihen eine relativ günstige Bewertung aufweisen.

kgv

Im Hinblick auf die nicht ausgestandene Eurokrise ist es durchaus empfehlenswert, einen Teil seines Vermögens in alternative Währungen zum Euro aufzuteilen. Denn nicht nur das Risiko eines Zusammenbruchs der Eurozone, sondern auch die Geldpolitik der Zentralbank wird den Wert des Euro weiter schwächen.

Wichtig ist, ein globales Portfolio in verschiedenen Anlageklassen und einer Reihe an unterschiedlichen Währungen zu besitzen. Denn die Risiken sind heute zahlreich und zum Teil nicht kalkulierbar. Daher ist es elementar, das eigene Vermögen nicht zu einseitig aufzustellen und auch auf unerwartete Umstände vorbereitet zu sein.

Unabhängig von den Renditen, die der Kapitalmarkt bietet, ist es maßgebend, welche finanzielle Risikobereitschaft Sie als Anleger aufweisen. Diese ergibt sich aus der emotionalen Risikobereitschaft und der Risikotragfähigkeit. Die sogenannte Risikotragfähigkeit gibt den Verlust an, den der Anleger im Fall der Fälle verkraften kann. Die emotionale Risikobereitschaft ist die Fähigkeit, mit Schwankungen an den Kapitalmärkten umzugehen. Denn nicht jeder kann nachts gut schlafen, wenn das eigene Vermögen in einem schlechten Jahr um 20 oder 30 Prozent fällt.

Sprechen Sie mit uns

Gerne erläutern wir Ihnen, welche Konsequenzen sich für Ihr Depot und Vermögen ergeben. Ein erstes Telefonat oder Gespräch ist natürlich kostenfrei, der Erkenntnisgewinn für Sie aber sicherlich nicht umsonst.

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Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.