Titel_Inflationscheck
Eingestellt am 12. September 2014 · Eingestellt in Alle Publikationen, Inflationscheck

Grafik Inflationscheck August 2014

Im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuerten sich die Preise für Waren und Dienstleistungen in Deutschland um 0,8 Prozent. Für die gesamte Eurozone liegt dieser Wert bei 0,3 Prozent. Beide Werte verstehen sich natürlich nach offizieller Lesart. Viele Verbraucher werden dies anders sehen…

Auch wenn die an den Kapitalmärkten gehandelten Inflationserwartungen nach dem jüngsten Zinsschritt der Europäischen Notenbank (EZB) wieder leicht angestiegen sind, so liegen sie doch deutlich unter dem Zielwert der Notenbank von 2 Prozent. Solange die offiziellen Verbraucherpreise auf niedrigem Niveau verharren, bleibt auch der Rechtfertigungsdruck der Notenbank bzgl. ihrer Zins- und Geldpolitik gering. Dies verlängert und verstärkt den vorhandenen Anlagenotstand und führt dementsprechend zu niedrigen zukünftigen Renditen. Letztendlich wird immer deutlicher, dass der Gläubiger immer nur die Rendite erwarten kann, die sich der Schuldner dauerhaft als Zins leisten kann, oder im Fall hoher Bonitäten, leisten muss. Da über 80 Prozent des Vermögens der deutschen Haushalte zinsbasiert angelegt sind, hat dieses Problem eine große Reichweite.

Der Rückenwind aus im Trend fallenden Zinsen, der in den letzten Jahrzehnten zu Gesamterträgen oberhalb der Zinskupons geführt hat, darf nicht mehr erwartet werden. Die niedrigen Zinsen machen sich natürlich auch bei anderen Formen der Kapitalanlage, wie Lebensversicherungen, Versorgungswerken und auch Immobilienpreisen bemerkbar. Dementsprechend sind die Aussagen von Versicherern und Versorgungswerken zu plausibilieren. Auch die Preise für typische Kapitalanlageimmobilien scheinen einen ordentlichen Schnaps negativer Zinserwartungen und Währungsangst zu enthalten.

Da das Zins- und Renditeniveau in sehr viele Bereiche (Kapitalanlage, Altersvorsorge, Immobilien), die typischerweise nicht gemeinsam betrachtet und analysiert werden, ausstrahlt, sind Anleger und Berater gleichermaßen gefordert. Die verzweifelte Suche nach laufenden Erträgen zeigt sich auch im Marketing der Banken und Fondsgesellschaften. Fonds mit hohen Dividendenrenditen (teilweise ergänzt um Optionsgeschäfte zur Ertragssteigerung) und Mischfonds, die verschiedene Vermögensklassen mit relativ hoher laufender Rendite kombinieren, werden verstärkt in den Fokus gerückt. Diese Konzepte können durchaus eine sinnvolle Ergänzung der Depotstruktur darstellen. Interessierte Anleger sollten sich vor der Investition mit den spezifischen Vor- und Nachteilen dieser Investitionen beschäftigen.

Es bleibt also dabei: Niedrige Teuerung nach offizieller Lesart unterstützt die Vermögenspreise.

In der nächsten Woche findet der monatliche Kapitalmarkt-Dialog statt. Dabei werden wir auch auf diese Themen eingehen. Die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:

http://www.ypos-fp.de/events/ypos-kapitalmarkt-dialog/

Gerne erläutern wir Ihnen, welche Konsequenzen sich für Ihr Vermögen ergeben, wie Sie auf diese Herausforderungen reagieren sollten und welche Maßnahmen nun zu treffen sind.

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Über den Autor

Herr Leichtweiß ist Finanzplaner und Portfoliomanager. Seine Beiträge finden Sie regelmäßig auf unserer Seite.