Eingestellt am 31. Oktober 2014 · Eingestellt in Alle Publikationen, Eurokrisenbarometer

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Das Barometer klettert im Oktober aufgrund der zunehmenden politischen Risiken in den Bereich „Erhöhter Stress“. Sowohl die Regierungschefs der Euroländer, als auch die nationalen Vertreter innerhalb des Rates der Europäischen Zentralbank sind sich zunehmend uneins. Der vorhandene Dissens geht sogar soweit, dass Konflikte in aller Öffentlichkeit ausgetragen werden. Dies sind keine guten Vorzeichen, um ein gemeinsames und starkes Fundament für die Zukunft der Gemeinschaftswährung zu formen. Wie von uns bereits mehrfach konstatiert, sind die geldpolitischen Maßnahmen nicht geeignet, die europäische Schuldenkrise zu lösen. Die EZB kann der Politik lediglich Zeit verschaffen, um mittels politischer Reformen ein tragbares Modell für die Zukunft des Euro zu schaffen. Diese Zeit verstreicht bisher ungenutzt und eine Lösung auf europäischer Ebene ist nicht in Sicht.

Politik wird unglaubwürdig

Die Haushaltsentwürfe von Frankreich und Italien wurden zwar nicht ohne Murren angenommen, doch auch wenn an der einen oder anderen Stelle nachgebessert wurde, darf man bezweifeln, ob die neuen Entwürfe den vereinbarten Sparzielen entsprechen. Nicht ganz unerwartet stößt diese Sonderbehandlung der großen Defizitsünder bei den kleineren Peripheriestaaten auf Unmut. Diese Ungleichbehandlung untergräbt eine produktive Zusammenarbeit der Staatschefs der Euroländer und begünstigt die Propaganda extremer nationaler Gruppierungen.

Ein ähnlich problematisches Bild ist auch innerhalb der Europäischen Zentralbank zu finden. Berichten aus Reihen der EZB zufolge ist der Streit zwischen EZB Präsident Mario Draghi und Bundesbank Präsident und EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann derartig eskaliert, dass die beiden sich nach Möglichkeit gänzlich meiden. Man muss sich fragen, ob die öffentliche Kritik Jens Weidmanns an der Politik der EZB nicht das Vertrauen in die Instruktion untergräbt. Doch mit seinem Verhalten steht Herr Weidmann nicht alleine dar. Auch hochrangige Vertreter der Bundesregierung werden nicht müde, die Bemühungen der EZB zu kritisieren. Hinzu kommt die umstrittene Legitimation der EZB. Es ist aktuell fraglich, ob die EZB überhaut berechtigt ist, im Fall der Fälle alle Register der Geldpolitik zu ziehen (Kauf von Staatsanleihen) und somit effektiv auch große Krisen bekämpfen zu können. Die Gefahr besteht, dass eine handlungsunfähige EZB, gepaart mit handlungsunwilligen Regierungen, die Zukunft der Eurozone verspielt.

Zinsen für Peripherieanleihen steigen

Auch wenn ein erneutes Aufflackern der Eurokrise (noch) nicht im Fokus der Öffentlichkeit angekommen ist, sprechen die Marktdaten eine klare Sprache. Besonders die vermeintlich schwächsten Euroländer der Peripherie stehen wieder im Mittelpunkt. Der Zinsanstieg der letzten Wochen ist in Griechenland am stärksten ausgeprägt. Im Oktober stiegen die Zinsen für griechische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren bereits zwei Mal über die Marke von 8 Prozent. Auch bei anderen europäischen Staatsanleihen sind Anstiege der Renditen zu beobachten. In Spanien, Italien oder Portugal sind diese jedoch noch nicht besorgniserregend. Auffällig ist jedoch der in Relation starke Anstieg der Zinsen für Staatsanleihen mit Laufzeiten von 1 und 2 Jahren. Unsere Interpretation der Ereignisse lautet wie folgt:

Die Anstiege der Zinsen sind mit Ausnahme von Griechenland noch kein Grund zur Sorge. Man sollte sich auch bewusst machen, dass ein Zinsniveau von 0,18 Prozent für spanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 2 Jahre sehr niedrig und eine Gegenbewegung überfällig war. Dennoch sollten Anleger die wieder steigenden Renditen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn der politische Stillstand, welcher derzeit in Europa herrscht, wird, wenn er nicht überwunden werden kann, zu einer erneuten Krise führen.

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Folgen für den Anleger

Die Geldpolitik wird auf absehbare Zeit dafür sorgen, dass die Zinsen auf heutigem Niveau verbleiben. Angesichts der hohen Verschuldung vieler Staaten (Kommunen, Unternehmen und Haushalte) ist es das Ziel der Geldpolitik, die Inflation zu steigern. Nur so können die teilweise monströsen Schuldenberge getragen bzw. abgebaut werden (Finanzrepression).

Angesichts der noch nicht endgültig gelösten Problematik eines soliden Fundamentes für den Euro ist man gut beraten, nicht sein gesamtes Vermögen in Euro zu halten.  

Wer sein Vermögen real erhalten oder vermehren will, kommt an Investitionen am Kapitalmarkt nicht vorbei! 

  • Aktien bieten einen geeigneten Inflationsschutz und sind das einzige liquide Produktivkapital, das für jeden Anleger verfügbar ist. Anleihen bieten aktuell noch eine (wenn auch sehr geringe) laufende Verzinsung mit einem erheblich niedrigeren Verlustpotential als Aktien. Für konservative Anleger, die sich keine großen Wertschwankungen leisten können oder auch wollen, sind Anleihen somit nach wie vor eine Alternative.
  • Andere Anlageformen, wie Edelmetalle und Rohstoffe, bieten keine laufende Rendite, sind jedoch zur als Beimischung und zur Streuung des Vermögens gut geeignet.

Eine Analyse der eigenen Vermögensstruktur, die Kenntnis der eigenen finanziellen Risikobereitschaft und eine handwerklich sauber umgesetzte Anlagestrategie waren, sind und bleiben die richtigen Antworten auf die aktuellen und zukünftigen finanziellen Herausforderungen.

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Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.