Eingestellt am 13. Januar 2014 · Eingestellt in Eurokrisenbarometer

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Der große Orderstau innerhalb der Eurozone sorgt aktuell für eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Erholung des Euroraums. Viele Aufträge, die lange aufgeschoben wurden, kommen nun in der Wirtschaft an und sorgen für eine erhöhte wirtschaftliche Aktivität. In der Konsequenz fallen auch die Kosten zur Staatsfinanzierung für die Peripheriestaaten. Die Risiken eines erneuten Ausbruchs der Krise sind somit rückläufig, doch die fundamentalen Probleme der starken Divergenz in puncto Wettbewerbsfähigkeit bleiben. Um unser Finanzsystem und damit auch den Euro robust gegenüber auftretenden Schocks zu gestalten, ist noch viel Arbeit auf der europäischen Politikebene zu tun.

Zinsen für Staatsanleihen der Peripheriestaaten stark gefallen

Zu Beginn des neuen Jahres fallen die Zinsen für Anleihen der Krisenstaaten sehr deutlich. Die Gründe für den zunehmenden Optimismus sind in der sich erholenden Wirtschaft der Eurozone zu finden. Den Daten einer viel beachteten Umfrage unter Einkaufsmanagern zufolge, konnte die wirtschaftliche Aktivität innerhalb der Eurozone so stark zulegen, wie zuletzt Mitte 2011. Doch auch wenn sich die Erholung der Wirtschaft beschleunigt, ist die Lücke zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone unverändert groß. Der Markit Composite Index in Deutschland befindet sich mit einem Wert von 55 weit oberhalb des französischen Vergleichswerts von 47,3. Der Index deutet oberhalb eines Wertes von 50 Punkten auf wirtschaftliche Expansion hin und vice versa.  Erfreulich sind die überraschend positiven Werte aus den Peripheriestaaten: Irland 58,6 (Zwei-Monatshoch), Italien 50,0 (Zwei-Monatshoch) und Spanien 53,9 (77-Monatshoch).

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Banken profitieren von wirtschaftlicher Erholung

Die positiven Nachrichten aus der europäischen Wirtschaft beflügeln besonders die schwachen Banken der Peripheriestaaten. Denn eine bessere Entwicklung der Wirtschaft bedeutet für die Banken weniger Risikovorsorge für Kreditausfälle. Hinzu kommen die Kursanstiege der zum großen Teil in den Bankbilanzen liegenden Staatsanleihen. Da im Vergleich zur der Zeit vor der Eurokrise noch immer eine Fragmentierung des Finanzsystems zu beobachten ist, legen viele Banken ihr Kapital am heimischen Rentenmarkt an. So kommt es, dass die Banken der Peripheriestaaten überproportional profitieren.

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Krise schon wieder vorbei?

Als sich die Eurokrise in 2010 mit der Staatspleite Griechenlands in vollem Ausmaß zeigte, wurden die „sicheren“ deutschen Anleihen gekauft und die Anleihen der Krisenstaaten wollte niemand mehr haben. So kam es zu einer teilweise starken Ausweitung der Zinsdifferenz der verschiedenen Staatsanleihen. Mittlerweile haben sich die Zinsen wieder angenähert und entsprechen etwa dem Niveau vor der Euroeinführung.

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In einigen Fällen, wie beispielsweise in Spanien, befinden sich die Kosten der Staatsfinanzierung sogar unterhalb des Niveaus vor Ausbruch der Eurokrise. Für die kurzen Laufzeiten befinden sich die Zinsen, dank des Eingreifens der Europäischen Zentralbank,  sogar weit unterhalb der historischen Durchschnitte.

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Über den Autor

Herr Mesch ist seit Januar 2012 für den Bereich Kapitalmarktanalyse und Portfoliomanagement verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses. Vorige Stationen umfassten unter anderem: DWS Investments, Franklin Templeton, DEKA Bank so wie Commerzbank. Herr Mesch hat seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt in 2009 an der Fachhochschule Worms erhalten.