Eingestellt am 5. Januar 2018 · Eingestellt in Alle Publikationen

„I call it the all-in Market“. Diese Aussage des JP Morgan Chefstrategen bringt es auf den Punkt: Kurz bevor der Dow Jones Industrial am vergangenen Mittwoch die 25.000 Punkte- Marke knackte ging es in einem Interview mit dem Nachrichtensender Bloomberg um die aktuellen Aktienmarktentwicklungen. Diese sind recht einfach zusammengefasst. Rekordstände an allen Fronten und extrem niedrige Schwankung in den Märkten. Für Aktieninvestoren ein sehr erfreulicher Zustand, der inzwischen lang genug anhält, dass bei einigen Investoren der Anschein entstanden ist, die Aktienmärkte könnten gar nicht anders als zu steigen.

Vergessen scheinen die Krisen 2008 und 2011 und wer sieht schon Risiken, wenn er die tollen Chancen täglich in Form von nach oben zeigenden grünen Pfeilen in den Medien präsentaiert bekommt. Grundsätzlich ein absolut natürliches Verhalten, das menschliche Gehirn ist zum Glück gut darin, negative Erfahrungen schnell zu vergessen und durch positive Aspekte zu überlagern. Zusätzlich täte es den Deutschen Spareren (denn Anleger sind die meisten ja gar nicht) absolut gut, sich ein bisschen von der Aktienmarkteuphorie anstecken zu lassen und Teile des Vermögens von der sicheren Kaufkraftvernichtung auf dem Tagesgeldkonto in den Aktienmarkt umzuschichten.

Kein Grund, alles auf eine Karte zu setzen

Natürlich sind steigende Aktienmärkte erfreulich und motivieren vielleicht sogar den einen oder anderen risikoscheuen Sparer dazu, sich aus dem vermeintlich warm und trocknen Tagesgeldkonto in den Kapitalmarkt zu wagen.

Doch sowhl für Neuinvestoren als auch für Anleger, die bereits Aktien besitzen gilt: Bitte nicht den gesunden Menschenverstand ausschalten und die Gier nicht die Überhand gewinnen lassen!!! „Es läuft so gut, warum erhöhen wir nicht die Aktienquote?“, ist eine Aussage, die im aktuellen Umfeld oft in Beratungsgesprächen fällt.

Allerdings sollte sich die Aktienquote eines langfristig orientierten Anlegers nicht in erster Linie nach den aktuellen Marktentwicklungen, sondern nach der eigenen Strategie richten. „Welche Rendite brauche ich, wie hoch ist meine Risikobereitschaft und wie sieht meine restliche Vermögensstruktur aus?“, sind hierbei nur drei Fragestellungenn, die langfristig einen deutlich höheren Einfluss haben, als 5% mehr Aktienquote.

Denn die Aktienmärkte können auch anders und mit jedem neuen Rekord erhöht sich auch das Risiko einer Korrektur. Ziel muss es sein, die Strategie auch in einer solchen Korrektur beizubehalten und das ist bei einer zu hohen Aktienquote (weil die Märkte ja so gut liefen) dann häufig nicht der Fall. Insofern ist ein breit gestreutes Portfolio mit einer angemessenen Aktienquote langfristig die beste Entscheidung.

Ist es jetzt nicht zu teuer?

Das andere Extrem sind diejenigen Anleger, die aus verschiedensten Gründen immer gute Argumente haben, weshalb es gerade viel zu teuer ist, in den Aktienmarkt zu investieren und die nächste Korrektur unmittelbar bevorsteht. „Ich investiere erst, wenn der Markt mal richtig deutlich korrigiert hat“, ist hier die Standardaussage. Häufig zeigt sich, dass diese Anleger das auch schon vor der Korrektur 2008 und auch 2011 gesagt haben. „Ich dachte, es fällt noch weiter und dann war es schon wieder so teuer“, wird dann als Begründung geliefert.

Ein Fußballspiel wird auch nicht von der Seitenlinnie gewonnen, auch wenn man von dort aus auch nicht die Gefahr eines Eigentors hat. Was, wenn die Korrektur noch zwei Jahre auf sich warten lässt?

Ein sinnvolles Vorgehen in diesem Zusammenhang ist eine ratierliche Investition, da so das Timing-Risiko ausgeschlossen und Marktkorrekturen sogar als günstige Einstiege genutzt werden können.

Nähere Informationen

Ihr Ansprechpartnerin: Lisa Hassenzahl, CFP

Telefon: 06151 1594021

Email: lisa.hassenzahl@ypos-fp.de

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Über den Autor

Lisa Hassenzahl ist zertifizierte Finanzplanerin (CFP). In unserem Haus ist sie insbesondere Ansprechpartnerin für Frauen. Von der Risikoabsicherung für junge Berufseinsteigerinnen bishin zur Ruhestandsplanung für Unternehmerinnen steht Sie Ihnen gerne zur Verfügung.