Eingestellt am 17. März 2018 · Eingestellt in Alle Publikationen, Markteinschätzung

Aktien bringen langfristig die höchsten Erträge. Im Zeitraum von 1900 bis 2017 haben entwickelte Märkte im Durchschnitt eine Rendite von 8,2 Prozent und Märkte von Schwellenländern 7,4 Prozent pro Jahr erreicht. Damit haben Aktien deutlich besser rentiert als Anleihen, Edelmetalle und Immobilien. Sollte man also sein gesamtes Vermögen in Aktien investieren? Hierbei handelt es sich offensichtlich um eine Suggestivfrage und die Antwort lautet natürlich.. Nein! Aber wie hoch sollte der Anteil sein? In diesem Beitrag finden Sie eine zusammengefasste Darstellung, wie Sie mithilfe von 10 Fragen zu einem sinnvollen Ausgangspunkt für Ihre passende Aktienquote kommen können.

Basis ist die finanzielle Risikobereitschaft

Die finanzielle Risikobereitschaft ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das man messen kennen. Wir nutzen hierzu ein australisches Institut, das sich seit 30 Jahren mit diesem Thema beschäftigt und regelmäßig Auszeichnungen erhält. Im Gegensatz zu den gesetzlich erforderlichen Fragen zu Kenntnissen und Erfahrungen, die Sie vor einem Wertpapierkauf beantworten müssen, beziehen sich die Fragen auf einen weitaus größeren Themenkreis. Letztendlich geht ja auch bei der Abwägung von festen zu variablen Gehaltsbestandteilen oder der Gewichtung von kurzfristigen und langfristigen Zinsbindungen um ein Abwägen von Chancen und Risiken unbekannter zukünftiger Entwicklungen.

Hier hat jeder von uns seine eigenen Präferenzen. Der Ausschnitt aus dem Fragebogen zeigt 3 von 10 Fragen.

Selbstverständlich können Sie die Fragen in Ruhe beantworten. Senden Sie uns hierzu bitte eine e-mail mit dem Betreff: „Risikobereitschaft“ an die info@ypos-fp.de. Sie erhalten dann einen Link mit dem Sie einen persönlichen Zugang erhalten und ein individuelles Passwort vergeben können. Angaben zu Ihren Vermögenswerten sind nicht erforderlich.

Die Auswertung

Ihr Risikoprofil vergleicht Ihre Antworten mit denen einer sehr großen Stichprobe der Bevölkerung. Die Auswertung zeigt Abweichungen an. Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen Anleger, der bereit ist  einen zwischenzeitlichen Rückgang seines Wertpapierdepots von 33 Prozent zu akzeptieren, um langfristig eine Steigerung der Kaufkraft des eingesetzten Vermögens zu erreichen. Der Ausschnitt zeigt, dass keine Abweichung vorliegt und die Antworten sowohl für sich, als auch in der Kombination und im Abgleich mit der statistischen Vergleichsgruppe plausibel sind.

Zudem zeigt das Ergebnis wie hoch der prozentuale Anteile von Vermögensklassen mit Wachstumspotential (vereinfacht Aktien) auf Basis der Einschätzung sein sollte. Im vorliegenden Fall liegt der Wert, der sich aus der Auswertung ergibt, bei 59 Prozent.

Abgleich mit Wunsch und Realität

Unser Anleger hat eine gewünschte Zielgröße für wachstumsorientierte Vermögensklassen in Höhe von 60 Prozent angegeben. Damit liegt er also sehr nah an dem Ergebnis der Auswertung von 59 Prozent. Das ist schon einmal gut und zeigt, dass kein Widerspruch vorhanden ist. Allerdings gibt es nicht „den“ perfekten Punkt. Dies würde auch der Realität widersprechen. Daher steht die finanzielle Risikobereitschaft für eine Bandbreite der Gewichtung in der wir uns wohlfühlen. Diese ist in grün dargestellt. Die gelben Bereiche sind für unseren Anleger noch ok. Der große Problemfall sind die roten Bereiche.

In dem linken roten Bereich ist der Anteil von Aktienwerten so gering, dass bei steigenden Kursen eine Unzufriedenheit entsteht. Man partizipiert eben zu wenig an der positiven Entwicklung des Aktienmarktes.  Im Gegensatz dazu ist die Aktienquote im rechten roten Bereich deutlich zu hoch. Die üblicherweise zu erwartenden Schwankungen sind dann schlicht und einfach zu hoch und werden zu dem führen was man umgangssprachlich als prozyklisches und schädliches Anlegerverhalten bezeichnet.

Der Blick auf das aktuell bestehende Portfolio unseres Anlegers zeigt, dass sich momentan 90 Prozent Aktien im Depot befinden. Dies ist der sehr positiven Marktentwicklung seit der globalen  Finanzkrise geschuldet. Es ist also dringend erforderlich über eine Anpassung der Aktienquote zu sprechen.

Welche Möglichkeiten hat unser Anleger?

Eine Reduzierung der Aktienquote könnte durch die folgenden Maßnahmen erfolgen:

  • Verkauf von Aktienpositionen und Aufbau von Cash- und Anleihepositionen
  • Absicherung von Aktienpositionen durch Termingeschäfte
  • Bessere Diversifizierung der Aktienpositionen durch Faktor- und Smart Beta Fonds
  • Tausch von Aktienpositionen in Instrumente mit geringerer Abhängigkeit zum Aktienmarkt (bspw. Wandelanleihen)
  • Tausch von Aktienpositionen in Instrumente, die ihre Marktabhängigkeit systematisch steuern (bspw. Wertsicherungsfonds)

Die Liste ist nicht abschließend. Sie macht aber bereits deutlich, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt. Zudem bestehen noch vielfältige Wechselwirkungen zu weiteren Themen, die berücksichtigt werden sollten. Um eine Analogie aus der Medizin zu verwenden: Die Messung der finanziellen Risikobereitschaft entspricht der Blutdruckmessung. Auf Basis der Messung und den sonstigen Lebensumständen kann dann eine Therapie mit entsprechenden Varianten verschrieben werden.

Im Rahmen unseres Beratungsprozesses stellt das emotionale Risikoprofil einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer umfassenden und langfristig orientierten Anlagestrategie dar.

Gerne unterstützen wir Sie in der Umsetzung der Ergebnisse  in einer Anlagestrategie oder bei einem Vergleich Ihres aktuellen Portfolio-Risikos mit Ihrer objektiven Risikobereitschaft. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Rückfragen und weitere Informationen

Ihr Ansprechpartner: Marco Metzger

Telefon: 06151 850750

Email: marco.metzger@ypos-fp.de

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Über den Autor

Herr Leichtweiß ist Finanzplaner und Portfoliomanager. Seine Beiträge finden Sie regelmäßig auf unserer Seite.